Deutsche Wirtschaftsexperten rechnen nach den US-Midterm-Wahlen 2026 nicht mit einer Änderung der protektionistischen Handelspolitik. Sowohl der Außenhandelsverband BGA als auch Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger fordern Europa auf, die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Handelspolitik bleibt präsidentielles Vorrecht
Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), geht davon aus, dass sich für den deutschen Außenhandel durch die Ergebnisse der US-Kongresswahlen zunächst nichts ändert. “Für den Außenhandel ändert sich durch die Ergebnisse der US-Kongresswahlen zunächst nichts”. Die Außenhandelspolitik der USA werde weiterhin maßgeblich vom Präsidenten bestimmt, erklärte Jandura gegenüber der Rheinischen Post. “Die Außenhandelspolitik bleibt maßgeblich vom US-Präsidenten geprägt. Er kann hier weiterhin viel freier agieren als in der künftigen nationalen Politik.”
Trump verfüge auf Grundlage bestehender Handelsgesetze über weitreichende Befugnisse. "Auf Grundlage bestehender Handelsgesetze verfügt Trump über weitreichende eigene Befugnisse." Zwar sei der Protektionismus kein alleiniges Projekt der MAGA-Bewegung – auch viele Demokraten stünden dem Freihandel skeptisch gegenüber. "Auch viele Demokraten stehen dem Freihandel skeptisch gegenüber". Dennoch müsse mit einem Fortbestand der Zollpolitik gerechnet werden, trotz negativer Folgen für amerikanische Verbraucher. "Wir müssen damit rechnen, dass Trumps Zollpolitik vorerst bestehen bleibt – trotz aller negativen Folgen auch für die amerikanischen Verbraucher."
Demokraten haben kaum Spielraum
Jandura verwies darauf, dass die Demokraten zwar Untersuchungen einleiten und politischen Druck erhöhen könnten. Für eine Einschränkung der präsidentiellen Befugnisse wären jedoch klare Mehrheiten und die Überwindung eines möglichen Vetos nötig. "Dafür wären jedoch entsprechende Mehrheiten und gegebenenfalls die Überwindung eines präsidentiellen Vetos erforderlich. Der handelspolitische Kurswechsel der USA dürfte daher über Trumps Präsidentschaft hinaus Bestand haben". Der handelspolitische Kurswechsel der USA dürfte daher über Trumps Amtszeit hinaus Bestand haben.
Deutschland und Europa müssten dringend an ihrer Wettbewerbsfähigkeit arbeiten und neue Freihandelsabkommen mit anderen Regionen schließen, forderte Jandura. "Deutschland und Europa müssen deshalb dringend an ihrer eigenen Wettbewerbsfähigkeit und neuen Freihandelsabkommen mit anderen Regionen der Welt arbeiten, um wirtschaftlich bestehen zu können". Einen solchen Kurswechsel in der europäischen Wirtschaftspolitik könne er derzeit jedoch nicht erkennen. "Den dringend erforderlichen Kurswechsel in der Wirtschaftspolitik können wir derzeit aber nicht erkennen."
Europa muss selbst handeln
Auch Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger warnte vor überzogener Euphorie nach den US-Wahlen. "Die Amerikaner haben gewählt, aber Europas Probleme werden nicht in Washington gelöst. Unsere Wettbewerbsfähigkeit müssen wir schon selbst in die Hand nehmen". Die USA blieben zwar ein zentraler wirtschaftlicher und sicherheitspolitischer Partner, doch Europa müsse seine Probleme selbst lösen.
Dulger betonte die Bedeutung einer Partnerschaft auf Augenhöhe, die wirtschaftliche Stärke voraussetze. "Aber eine Partnerschaft auf Augenhöhe setzt voraus, dass beide Seiten ökonomisch stark sind. Wer wirtschaftlich an Gewicht verliert, verliert auch politisch an Einfluss." Er forderte Deutschland und Europa auf, Bürokratie abzubauen, Unternehmen zu entlasten und Investitionen zu erleichtern. "endlich die anstehenden Hausaufgaben machen". "Bürokratie massiv abbauen, Unternehmen entlasten, Investitionen erleichtern und die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Wirtschaftliche Stärke ist das Fundament dafür, dass Europa seine Interessen selbstbewusst vertreten und mehr Verantwortung für seine eigene Sicherheit übernehmen kann. Wie stark Europa künftig ist, entscheiden wir selbst."