Nach mehr als 15 Monaten im Amt zieht eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger eine negative Bilanz der Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz. Laut einer Forsa-Umfrage für RTL und ntv Trendbarometer bewerten 78 Prozent seine Leistung schlechter als erwartet. Selbst unter Union-Anhängern überwiegt die Kritik.
Vergleich mit Scholz und Merkel fällt schlecht aus
Nur 17 Prozent der Bundesbürger halten Merz für einen besseren Kanzler als seinen Vorgänger Olaf Scholz. 54 Prozent sehen ihn als schlechteren, 28 Prozent erkennen keinen Unterschied. Im August 2025 hatten noch 31 Prozent Merz für besser und nur 19 Prozent für schlechter als Scholz gehalten.
Noch deutlicher fällt der Vergleich mit Angela Merkel aus: Nur sieben Prozent bewerten Merz als besseren Kanzler, 71 Prozent als schlechteren. Selbst unter CDU- und CSU-Anhängern teilen 57 Prozent diese Einschätzung.
Kritik an Kompetenz und Sozialpolitik
Bei persönlichen Eigenschaften schneidet Merz ebenfalls schlecht ab: 27 Prozent halten ihn für kompetent, 16 Prozent für fähig, Politik verständlich zu erklären, und 15 Prozent für vertrauenswürdig. Nur acht Prozent attestieren ihm den richtigen Ton im Umgang mit Bürgern. Unter Union-Anhängern sehen immerhin 70 Prozent ihn als kompetent und 52 Prozent als vertrauenswürdig.
Die Sozialpolitik der Bundesregierung wird von 82 Prozent der Bundesbürger als nicht sozial ausgewogen bewertet. Besonders kritisch sind SPD-Anhänger (88 Prozent), während 56 Prozent der Union-Anhänger die Politik für ausgewogen halten.
Koalition hält – AfD-Zusammenarbeit abgelehnt
Trotz der Kritik rechnet eine Mehrheit nicht mit einem vorzeitigen Ende der Union-SPD-Koalition: 57 Prozent glauben an ihren Bestand bis Jahresende, 33 Prozent erwarten einen Bruch. Besonders zuversichtlich sind SPD- (77 Prozent) und Union-Anhänger (71 Prozent), während 55 Prozent der AfD-Anhänger mit einem Scheitern rechnen.
60 Prozent der Bundesbürger unterstützen den Ausschluss einer Zusammenarbeit von Union und AfD. 35 Prozent plädieren für eine künftige Kooperation. Unter Union-Anhängern befürworten 81 Prozent die Abgrenzung, bei SPD (82 Prozent), Grünen (91 Prozent) und Linken (83 Prozent) ist die Zustimmung noch höher. 92 Prozent der AfD-Anhänger wünschen sich dagegen eine Zusammenarbeit mit der Union.