Der plötzliche Tod des Freie-Wähler-Vorsitzenden Hubert Aiwanger hat bundesweit Bestürzung ausgelöst. Politiker von Union und CSU äußerten sich betroffen. Die genauen Umstände bleiben unklar, ein Fremdverschulden gilt jedoch als unwahrscheinlich.
Menschliche Tragödie und politische Folgen
Der Tod des 55-jährigen Hubert Aiwanger am Mittwoch in einem Berliner Hotel hat bei Politikern tiefe Betroffenheit ausgelöst. Thorsten Frei, Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag, sagte gegenüber RTL und ntv: “Zunächst einmal wirkt es natürlich sehr surreal, ganz unglaublich. Ein vergleichsweise junger Mann, der von einer Sekunde auf die nächste tot ist”.
Frei bezeichnete den Vorfall als menschliche Tragödie für Aiwangers Familie. Gleichzeitig habe der Tod politische Konsequenzen, insbesondere für die Freien Wähler in Bayern, die dort als Regierungspartei fungieren. "Natürlich hat das einschneidende Wirkung, insbesondere auf die Freien Wähler in Bayern, die dort ja Regierungspartei sind, auf die Partei sicherlich insgesamt." Auf solche Fälle könne man sich nicht vorbereiten, so Frei. Es gebe jedoch Fragen, die nun zu klären seien. "Insofern sind da sicherlich die ein oder anderen Fragen zu klären".
Politiker zwischen Robustheit und Verwundbarkeit
Auf die Frage, ob Politiker aufgrund ihrer dichten Terminkalender zu wenig auf körperliche Warnsignale achten, antwortete Frei zustimmend. "Politik als Beruf ist ja jetzt nichts, wo man sich Krankheitsfehlzeiten leisten könnte – in der Regel." Viele im politischen Betrieb seien zwar überdurchschnittlich körperlich robust, doch auch sie seien nicht unverwundbar.
Der Tod Aiwangers sei ein Ereignis, das die Risiken des politischen Berufs verdeutliche. "Insofern ist es natürlich immer auch ein sehr einschneidendes Erlebnis, weil man spürt: Das sind Menschen, die sind auch verwundbar und die damit verbundenen Risiken, die können sich auch tatsächlich realisieren. Es ist ja im Grunde genommen etwas, was zunächst sehr unwirklich wirkt, aber es ist eben das echte Leben".
Reaktionen aus Bayern
Auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) reagierte mit Bestürzung. Auf der Plattform X schrieb er, Aiwangers Tod sei eine “absolute Tragödie”. Seine Gedanken seien bei der Familie und den Kindern des Verstorbenen. “Wir sind alle zutiefst geschockt. Unsere Gedanken sind nun zuerst bei seiner Familie und seinen Kindern. Wir trauern mit ihnen und beten für sie.”
Aiwanger war am Mittwoch in einem Berliner Hotel tot aufgefunden worden. Die genauen Umstände sind noch unklar. Hinweise auf ein Fremdverschulden liegen nach bisherigen Erkenntnissen nicht vor.