Der Bund der Steuerzahler rechnet damit, dass viele Bürger trotz der Steuerreform 2027 weniger Netto vom Brutto erhalten. Verbandspräsident Reiner Holznagel warnt vor steigenden Sozialabgaben und einer enttäuschenden Entlastung bei der Einkommensteuer.
Sozialabgaben und Steuertarif belasten Haushalte
Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler, sagte der Rheinischen Post (Mittwochausgabe): "2027 droht zum Jahr der Ernüchterung für viele Arbeitnehmer zu werden".
"Die Sozialversicherungslasten wachsen weiter. Gleichzeitig sorgt Schwarz-Rot für große Ernüchterung bei der Einkommensteuer. Unter dem Strich werden viele im kommenden Jahr Nettoverluste erleiden."
Gutverdiener besonders betroffen
Für gutverdienende Facharbeiter werde es besonders bitter, weil die Beitragsbemessungsgrenzen doppelt stiegen. "Neben der prozentualen Erhöhung knallt die Regierung nochmal monatlich weitere 300 Euro drauf, für die dann Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge fällig würden, ohne dass die Leistungen stiegen".
Der Verbandschef hält die Steuerreform für ambitionslos. Erstmals seit 2016 wolle die Regierung die Inflation im Einkommensteuertarif nicht mehr ausgleichen. Entsprechend gering falle die Steuerentlastung 2027 aus.