Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Künstliche Intelligenz als “Technologiefrage des 21. Jahrhunderts”, bezeichnet. In einer Rede im ARD-Hauptstadtstudio warnte er vor den Folgen für Meinungsbildung und demokratische Gesellschaften. Gleichzeitig betonte er die wirtschaftlichen Chancen und forderte internationale Standards.
KI als Gefahr für Mündigkeit
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sieht in Künstlicher Intelligenz eine zentrale Herausforderung für das 21. Jahrhundert. Im "Bericht aus Berlin" des ARD-Hauptstadtstudios sagte er, die eigentliche Frage sei nicht, ob KI eingesetzt werde, sondern wie. Die Technologie berge Risiken vor allem für Meinungsbildung, Demokratie und gesellschaftliche Selbstbestimmung.
Steinmeier warnte: "Die Anwendung der Künstlichen Intelligenz findet statt. Nicht das Ob steht zur Frage, sondern das Wie". Besonders kritisch sehe er die Gefahr, dass Bürger durch KI-Systeme ihre Urteilsfähigkeit verlieren könnten. "Die Demokratie setzt auf Mündigkeit und Urteilsfähigkeit ihrer Bürger. Die Menschen dürfen nicht zu Mündeln einer Maschine werden."
Wirtschaftliche Chancen und internationale Regeln
Trotz der Risiken hob Steinmeier die wirtschaftlichen Potenziale von KI hervor. Deutschland und Europa müssten bei der Entwicklung und Anwendung der Technologie aufholen, um bei der Gestaltung internationaler Regeln mitbestimmen zu können.
Für den Umgang mit den Risiken forderte der Bundespräsident internationale Standards unter dem Dach der Vereinten Nationen. Nur so ließen sich globale Lösungen finden, die demokratische Werte schützen.