Über 100 verletzte Polizisten, 54 Festnahmen und geplünderte Geschäfte
Nach einer zunächst friedlichen Demonstration der Initiativen „Gen Z regelt“ und „Generation Aufbruch“ ist es am Samstagabend in der Frankfurter Innenstadt zu schweren Ausschreitungen gekommen. Wie die Welt und ad-hoc-news berichten, griffen Randalierer Polizisten an, zerschlugen Schaufenster und plünderten mehrere Geschäfte. Die Polizei nahm 54 Personen im Alter zwischen 13 und 29 Jahren fest, die meisten von ihnen mit deutscher Staatsangehörigkeit. Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) sprach von einer „neuen Dimension der Gewalt“ und einer „Initialzündung für eine härtere Gangart“ gegen gewaltbereite Tätergruppen. Ein Polizeibeamter verlor nach einem Steinwurf ins Gesicht mehrere Zähne, mehr als 100 Einsatzkräfte wurden insgesamt verletzt.
17 Geschäfte beschädigt und fünf geplündert
Laut Poseck wurden 17 Geschäfte beschädigt und fünf geplündert, darunter ein Waffengeschäft, aus dem Schreckschusswaffen entwendet wurden. Die Polizei sicherte diese später wieder. Die Einsatzleitung registrierte 87 Strafanzeigen, 366 Personenkontrollen und 1.225 Platzverweise. Poseck geht von etwa 1.000 bis 1.500 gewaltbereiten Störern aus, darunter vor allem junge Menschen mit Migrationshintergrund sowie Linksextremisten. Die tagesschau zitiert den Innenminister mit der Aussage, dass sich linksextremistisches Gewaltpotenzial gezielt unter die Demonstration gemischt habe.
Oberbürgermeister fordert Konsequenzen für Gewalt
Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) zeigte sich schockiert über die Ereignisse und betonte, dass Gewalt unabhängig von Herkunft oder Pass Konsequenzen haben müsse. Die Organisatoren der Demonstration hatten zuvor ausdrücklich zu einem friedlichen Protest aufgerufen. Die Ausschreitungen begannen nach der Auflösung der Demonstration gegen 18.20 Uhr, als sich gewaltbereite Gruppen in der Innenstadt versammelten.
Polizei kämpft mit über 1.300 Einsatzkräften
Die tagesschau berichtet, dass die Angriffe in Frankfurt von vielen kleinen Gruppen verübt wurden, was es der Polizei erschwerte, die Lage unter Kontrolle zu bringen. Bis zu 1.300 Polizisten waren im Einsatz, darunter Spezialeinsatzkräfte, Wasserwerfer und ein Panzerfahrzeug. Die Lage beruhigte sich erst gegen 3 Uhr morgens.
Friedliche Proteste endeten in Ausschreitungen
Während die meisten Demonstranten friedlich für bessere Bildung, soziale Gerechtigkeit und gegen die Einführung einer Wehrpflicht protestiert hatten, standen am Abend Plünderungen und Angriffe auf die Polizei im Mittelpunkt. Die genauen Hintergründe und die Rolle einzelner Gruppen sind noch Gegenstand der Ermittlungen. Eine Sonderkommission wurde bereits eingerichtet.