Mehrheit der Deutschen hält die Doppelspitze für Fehlbesetzung
Die SPD-Vorsitzenden Bärbel Bas und Lars Klingbeil stehen unter Druck. Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zeigt, dass eine Mehrheit der Deutschen die beiden für Fehlbesetzungen hält. 55 Prozent der Befragten sind dieser Meinung, nur zehn Prozent sehen sie als die richtige Besetzung für den Erfolg der Partei. 35 Prozent äußerten keine Meinung, wie die Welt berichtet. Selbst unter SPD-Wählern der Bundestagswahl 2025 gibt es Kritik: 47 Prozent lehnen die Parteispitze ab, nur 20 Prozent befürworten sie. Besonders die Pläne der schwarz-roten Bundesregierung, die Rente mit 63 abzuschaffen, lösten Unmut aus. Teile der SPD-Basis fordern eine Trennung von Partei- und Ministerämtern sowie einen Sonderparteitag.
SPD verliert Vertrauen ihrer Anhänger
Die Umfrage wurde vom 14. bis 17. August mit 2.091 repräsentativ ausgewählten Wahlberechtigten durchgeführt. Parallel dazu zeigt das ZDF-„Politbarometer“ der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen, dass auch unter SPD-Anhängern Mehrheiten davon überzeugt sind, dass die Partei nicht voll hinter Klingbeil (57 Prozent) und Bas (52 Prozent) steht. Die SPD liegt bundesweit bei zwölf Prozent, während die AfD in der Sonntagsfrage mit 27 Prozent vor der Union (22 Prozent) führt.
SPD in Sachsen-Anhalt auf historischem Tief
In Sachsen-Anhalt kämpft die SPD um den Einzug in den Landtag. Aktuelle Umfragen sehen die Partei bei sechs bis sieben Prozent, was ein historisches Tief bedeuten würde. Die Tagesschau berichtet, dass die SPD vor der Landtagswahl am 6. September einen schweren Stand hat. Lars Klingbeil, der auch Finanzminister ist, spürt bei Wahlkampfauftritten die Unzufriedenheit der Bevölkerung. Er räumt ein, dass die Bundesregierung zu oft gestritten habe und dies in den Umfragen widergespiegelt werde.
SPD droht Scheitern an Fünf-Prozent-Hürde
Die SPD war in Sachsen-Anhalt einst eine Volkspartei mit über 35 Prozent der Stimmen. Jetzt zittern die Sozialdemokraten, ob sie die Fünf-Prozent-Hürde schaffen. Sollte die SPD scheitern, könnte dies auch Konsequenzen für die Bundes-SPD haben. Teile der Parteibasis fordern bereits einen Neuanfang und eine programmatische Neuausrichtung.
Klingbeil warnt vor Kettenreaktion bei SPD-Niederlage
Klingbeil betont, dass es bei der Wahl nicht um einzelne Personen auf Bundesebene gehe, sondern um die Frage, ob die demokratische Mitte mehrheitsfähig sei. Dennoch bleibt die Sorge, dass ein schlechtes Ergebnis in Sachsen-Anhalt eine Kettenreaktion auslösen könnte. Die SPD hofft, dass das „Murren“ in der Bevölkerung nicht zu groß wird.