Sondengänger findet 934 römische Silbermünzen auf Acker bei Wesseling
Ein Sondengänger hat auf einem Acker bei Wesseling südlich von Köln einen außergewöhnlichen Fund gemacht. Oliver Riedl stieß mit seinem Metalldetektor auf eine Silbermünze nach der anderen und vermutete schnell, dass es sich um einen größeren Schatz handeln könnte. Statt selbst weiterzugraben, informierte er das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, wie der Spiegel und all-in.de berichten. Archäologen bargen daraufhin 934 römische Denare aus Silber mit einem Gesamtgewicht von über drei Kilogramm. Das LVR-Amt bezeichnet den Fund als „sensationell“ und als größten Münzschatz aus der Zeit des römischen Kaisers Hadrian, der je in Deutschland entdeckt wurde.
Römischer Münzschatz aus der Republikzeit entdeckt
Weltweit sei es der fünftgrößte Fund aus dieser Epoche, so die Experten. Die Münzen wurden vermutlich im zweiten Viertel des 2. Jahrhunderts nach Christus absichtlich vergraben. Die älteste Münze stammt sogar aus dem Jahr 148 vor Christus, als Rom noch eine Republik war. Dennoch war sie zum Zeitpunkt des Vergrabens weiterhin ein gültiges Zahlungsmittel.
Vergessener Schatz verrät Legionärsvermögen
Warum der Schatz nie wieder ausgegraben wurde, bleibt unklar. Archäologen spekulieren, dass der Besitzer möglicherweise gestorben ist, ohne das Versteck preiszugeben. Der wissenschaftliche Wert des Fundes sei enorm, betont Rahel Otte vom LVR-Amt. Ein römischer Legionär hätte damals rund sechs Jahre sparen müssen, um ein solches Vermögen anzusammeln. Der Materialwert der Münzen liegt heute bei etwa 6.000 Euro.
Münzen in Strohtopf geborgen und gesichert
Der Schatz wurde im Erdblock geborgen und in die Restaurierungswerkstatt des LVR-Landesmuseums Bonn gebracht. Dabei fanden sich Fragmente eines Keramiktopfes und Strohreste, was darauf hindeutet, dass die Münzen ursprünglich in einem mit Stroh ausgepolsterten Topf vergraben wurden. Der Fund ist nun Eigentum des Landes Nordrhein-Westfalen, doch der Finder erhält eine Belohnung vom NRW-Heimatministerium. Das LVR-Amt lobt Riedls umsichtiges Verhalten, das eine fachgerechte Bergung ermöglichte.