Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) wehrt sich gegen parteiinterne Kritik an seinen gemeinsamen Auftritten mit dem Schauspieler Dieter Hallervorden. Er betont die Bedeutung von Meinungsfreiheit und kontroverser Debatte. Die CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann hatte zuvor Hallervordens Aussagen zu Gaza scharf kritisiert.
Schulze betont Meinungsfreiheit und Dialog
"Dieter Hallervorden ist jemand, der in ganz Deutschland beliebt ist", sagte er der "Bild" (Donnerstagausgabe). "Wenn ich mich mit Hallervorden nicht mehr auf eine Bühne stellen kann, wo endet das irgendwann?"
"Hier zeigen wir, wie es funktioniert, dass ich auf der Bühne mit jemandem stehe, der mir nicht nach dem Mund redet. Und dass die Meinungsfreiheit, die wir uns erkämpft haben, auch zugelassen wird". "Die Menschen sagen: Genau das erwarten wir von einer CDU. Das erwarten wir von Ihnen, Herr Schulze."
Keine Überraschung über Hallervordens Aussagen
Auf die Frage, ob ihn die Aussagen Hallervordens zu Gaza überrascht hätten, sagte Schulze: "Nein. Das kommt aus seinem Programm. Ich kenne das." Er habe auch klar gesagt, dass er einzelne Inhalte nicht teile. Genau das sei der Punkt: Man solle wieder dahin kommen, dass man unterschiedliche Meinungen haben dürfe – auch in harter Auseinandersetzung – und sich trotzdem schätze.
Das Verhältnis zur Bundes-CDU, deren Generalsekretärin Franziska Hoppermann Hallervordens Gaza-Äußerungen scharf kritisiert hatte, sieht Schulze nicht als dauerhaft belastet. Er habe ein großes Interesse daran, dass die neue Parteiführung erfolgreich sei, und werde seinen Beitrag leisten, wie er es in der Vergangenheit getan habe. Das werde auch die CDU-Führung in Berlin bestätigen.
Er mache sich keine Gedanken, dass einzelne Sätze irgendwo zu einem Riesenproblem werden. Man habe sie klargestellt, so Schulze, und bitte darum, dies zu respektieren.