Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen hält einen militärischen Sieg der USA im Konflikt mit Iran für unmöglich. Eine weitere Eskalation würde die Vereinigten Staaten nach seiner Einschätzung schwer belasten. Europa und Deutschland sieht er in der Krise ohne wirksame Einflussmöglichkeiten.
Militärische Lösung ausgeschlossen
Norbert Röttgen (CDU) hat die militärischen Optionen der USA im Konflikt mit Iran als aussichtslos bewertet. "Es wird aus meiner Sicht durch noch so große militärische Eskalation keine militärische Lösung, keinen Sieg geben", erklärte der Außenpolitiker am Montag in der ntv-Sendung "Pinar Atalay". Selbst eine massive Verschärfung des Vorgehens werde keine Entscheidung bringen.
Eine weitere Eskalation des Konflikts wäre nach Röttgens Worten nicht rational und würde die USA völkerrechtlich schwer belasten. Trump könne zwar "viel zerstören, noch mehr zerstören, aber nicht gewinnen dadurch", doch ein militärischer Erfolg sei auf diesem Weg nicht erreichbar.
Drohgebärde oder langer Krieg
Röttgen deutet das aktuelle Vorgehen der USA eher als Drohgebärde, um Iran an den Verhandlungstisch zu zwingen. Am wahrscheinlichsten sei allerdings "eine Fortsetzung dieses Kriegszustandes noch für längere Zeit", so Röttgen.
Deutschland und Europa haben in dem Konflikt kaum Spielraum. "Wir haben in dieser Region, um es freundlich zu sagen, ziemlich wenig Einfluss", sagte Röttgen. Europa verfüge über "keine Machtinstrumente, um eine Rolle zu spielen". Selbst reaktive Maßnahmen seien nur begrenzt möglich: Man sei "auf der reaktiven Seite" und habe "sehr bescheidene Möglichkeiten".