Sicherungsarbeiten am historischen Kran dauern an – Rückkehr frühestens Anfang November
Ein Riss in einer Strebe des historischen Hellingkrans in Rostock hat zu einer Evakuierung von 44 Wohnungen in der Hellingstraße geführt. Wie die Berliner Zeitung berichtet, droht der rund 68 Tonnen schwere Ausleger des Krans herabzustürzen, was das darunterliegende Wohnhaus akut gefährdet. Die rund 100 betroffenen Bewohner und Gewerbetreibenden müssen vorerst außerhalb unterkommen. Eine Rückkehr in ihre Wohnungen ist nach aktuellem Stand frühestens am 2. November möglich, so die Stadt Rostock. Die Notunterkunft in einer Schulsporthalle wurde nicht genutzt und bereits wieder geschlossen.
Materialermüdung am Kran übersehen
Der Schaden wurde am 23. Oktober von einem aufmerksamen Passanten entdeckt, der den Riss an der Strebe im oberen Bereich des Auslegers bemerkte und den Betreiber-Verein informierte. Laut Vereinschef Roland Methling, der den Kran als technisches Denkmal betreibt, habe sich der Schaden bereits seit etwa vier Wochen angedeutet. „Den haben wir übersehen“, räumte Methling im Gespräch mit dem NDR ein. Regelmäßige Kontrollen hätten die statische Intaktheit des Krans bisher bestätigt, doch nun habe sich spontan eine Materialermüdung gezeigt.
Spezialkräne sichern maroden Kranausleger
Die Sicherungsarbeiten gestalten sich aufgrund der Bauweise des Krans besonders aufwendig. Da der Ausleger nicht mehr schwenkbar ist, müssen Spezialkräne eingesetzt werden. Wie die Berliner Zeitung weiter berichtet, soll der Aufbau der ersten von voraussichtlich drei Spezialkränen am 26. Oktober beginnen. Bis dahin überwachen Einsatzkräfte den Kran engmaschig, unter anderem mit Drohnen, die dreimal täglich den Schaden dokumentieren.
Historischer Kran wird zum Wahrzeichen umgenutzt
Der Hellingkran, der 1976 gebaut und bis 1991 für den Schiffbau genutzt wurde, ist mit einer Bauhöhe von 65 Metern ein markantes Wahrzeichen am Rostocker Stadthafen. Nach einem Umbau für rund zwei Millionen Euro bis 2024 wird er auch für Veranstaltungen genutzt. Der Förderverein Tradition Ostseeschifffahrt e. V. als Eigentümer hat die Stadt Rostock um Unterstützung gebeten, die nun die Koordination der Maßnahmen übernimmt. Die Absperrungen und Evakuierungen bleiben so lange bestehen, bis keine Gefahr mehr besteht.