Rekordbeteiligung und enges Rennen zwischen Netanjahu und Eisenkot
In Israel findet heute die Wahl zur 26. Knesset statt, die als Schicksalswahl für die Zukunft des Landes gilt. Die Wahlbeteiligung liegt bereits jetzt auf einem Rekordniveau, wie die zentrale Wahlkommission mitteilt. Bis 16 Uhr Ortszeit hatten fast 56 Prozent der Stimmberechtigten ihre Stimme abgegeben – der höchste Wert zu diesem Zeitpunkt seit 1973, wie der geschäftsführende Generaldirektor der Wahlkommission, Dean Livne, der Tagesschau bestätigte. Im Vergleich zur letzten Wahl 2022 lag die Beteiligung um 8,2 Prozentpunkte höher. Auch die Morgenpost berichtet von einer historischen Wahlbeteiligung: Bis 14 Uhr hatten bereits 44,9 Prozent der Wahlberechtigten abgestimmt, was 3,29 Millionen Wählern entspricht. Dies sei die höchste Beteiligung zu diesem Zeitpunkt seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1973.
Netanjahu gegen Eisenkot im Kopf-an-Kopf-Rennen
Die Wahl wird als enges Rennen zwischen Premierminister Benjamin Netanjahu und seinem stärksten Herausforderer, dem ehemaligen Militärchef Gadi Eisenkot, erwartet. Netanjahu und seine Frau Sara gaben ihre Stimme in Jerusalem ab und riefen zur Wahlteilnahme auf, wie die Tagesschau berichtet. Eisenkot, der die Mitte-Partei Jaschar anführt, kündigte für den Fall eines Regierungswechsels einen neuen Politikstil an und betonte, es wehe ein „Wind der Veränderung“ in Israel.
Israel wählt unter Schatten des Hamas-Angriffs
Mehr als 7,3 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, die 120 Abgeordneten der Knesset zu bestimmen. Die Wahllokale schließen um 21 Uhr MEZ, danach werden erste Prognosen auf Basis von Nachwahlbefragungen erwartet. Die Deutsche Welle hebt hervor, dass es sich um die erste Wahl nach dem Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2023 handelt. Die offizielle Auszählung der Stimmen von Soldaten und Reservisten beginnt erst am Folgetag, da dieser Wählergruppe eine starke Unterstützung rechter Parteien zugeschrieben wird.
Palästinenserpolitik bleibt trotz Wahl stabil
Experten erwarten keine grundlegende Neuausrichtung der Palästinenserpolitik, unabhängig vom Wahlausgang. Die Regierungsbildung könnte sich aufgrund der zersplitterten Parteienlandschaft als schwierig erweisen. Mit vorläufigen Endergebnissen wird am Donnerstag gerechnet, die offiziellen Ergebnisse sollen acht Tage nach der Wahl veröffentlicht werden.