Die Konjunktur in der Region Osnabrück, Emsland und Grafschaft Bentheim kommt nicht richtig in Schwung. Das zeigen zwei neue Umfragen von Industrie- und Handelskammer (IHK) und Handwerkskammer (HWK). Während die IHK eine anhaltend schwache Gesamtlage meldet, berichtet das regionale Handwerk von einer leichten Stabilisierung.
IHK: Unternehmen bleiben pessimistisch
Der Konjunkturklimaindex der IHK blieb im dritten Quartal 2026 unverändert bei 86,4 Punkten und liegt damit deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Erwartungen sind mit einem Saldo von minus 19 Punkten weiterhin überwiegend negativ. Bei den Beschäftigungsplänen liegt der Saldo bei minus 16, bei den Investitionsplänen bei minus 13 Punkten. 77 Prozent der befragten Unternehmen sehen Energie- und Rohstoffpreise als Risiko. Nur noch 17 Prozent investieren zur Erweiterung ihrer Kapazitäten – laut IHK ein Tiefstand seit Beginn dieser Zeitreihe 2011.
IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf sieht deshalb noch keinen nachhaltigen Aufschwung. Unternehmen belasteten gleichzeitig hohe Kosten, schwache Nachfrage und unsichere Rahmenbedingungen.
Handwerkskammer: Geschäftsklima bei 109 Punkten
Etwas freundlicher ist das Bild im Handwerk. Der Geschäftsklimaindex stieg gegenüber dem Frühjahr um zwei auf 109 Punkte. 89 Prozent der befragten Betriebe bewerten ihre Lage als gut oder befriedigend. Besonders gut schneiden Gesundheits- und Ausbauhandwerk ab, während das Kfz-Gewerbe schwächer bleibt.
Auch hier bleiben Probleme: 41 Prozent der befragten Handwerksbetriebe haben offene Stellen. HWK-Hauptgeschäftsführer Sven Ruschhaupt warnt davor, die leichte Verbesserung bereits als breiten Aufschwung zu betrachten. An der Herbstumfrage der Handwerkskammer beteiligten sich 574 Betriebe.