Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) stellt den überarbeiteten Entwurf zur Elterngeldreform vor. Die Bezugsdauer von 14 Monaten soll erhalten bleiben, während Eltern künftig flexibler über die Aufteilung der Elternzeit entscheiden können. Prien reagiert damit auf Kritik an früheren Plänen und Alltagssorgen junger Familien.
Reform soll Partnerschaftlichkeit stärken
Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) hat den überarbeiteten Entwurf zur Elterngeldreform verteidigt. Das Elterngeld sei "moderner, einfacher, partnerschaftlicher und attraktiver", erklärte sie im Gespräch mit dem ARD-Hauptstadtstudio. Die öffentliche Kritik am ursprünglichen Vorschlag, der nur zwölf Monate Bezugsdauer vorsah, habe sie ernst genommen. Nach wochenlangen Beratungen mit den Koalitionspartnern sei nun ein "gutes Modell" gefunden, das den Bedürfnissen junger Familien "besser gerecht wird".
Prien betonte, die Rückkehr zu 14 Monaten Basiselterngeld solle keine Rolle rückwärts darstellen. Vielmehr solle die Reform eine flexiblere und partnerschaftlichere Aufteilung der Elternzeit ermöglichen. Künftig sollen beide Elternteile jeweils vier Monate mit einer Lohnersatzrate von 80 Prozent beantragen können. Weitere sechs Monate sollen zur freien Aufteilung zur Verfügung stehen. Auch das Elterngeld Plus soll weiterhin möglich bleiben.
Mehr Flexibilität für Familien und Selbstständige
Ein zentrales Anliegen der Reform ist die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Prien verwies auf Studien, wonach viele junge Väter mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen möchten. Gleichzeitig sei die Sorgearbeit in Deutschland noch immer ungleich verteilt – zulasten der Mütter. Die Reform solle hier für mehr Fairness sorgen.
Besonders überzeugt habe die Ministerin die Rückmeldung von Eltern zur Eingewöhnungsphase in Kitas. Der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz beginnt erst mit dem 13. Lebensmonat. Der ursprüngliche Plan, das Elterngeld bereits nach zwölf Monaten enden zu lassen, hätte eine schwierige Lücke für Familien bedeutet. Zudem sollen die Regelungen für Selbstständige verbessert werden: Künftig soll für Angestellte und Selbstständige einheitlich das Vorjahreseinkommen als Berechnungsgrundlage dienen. Auch der Geschwisterbonus und die gemeinsame Bezugsdauer sollen flexibler gestaltet werden.
Einsparungen und arbeitsmarktpolitische Ziele
Trotz der Rückkehr zu 14 Monaten Bezugsdauer hält Prien an Einsparungen fest. Ab 2030 könnten jährlich knapp 1,3 Milliarden Euro eingespart werden. Für 2027 erwartet sie aufgrund sinkender Geburtenzahlen keine Mehrausgaben gegenüber der bisherigen Planung. Die geringeren Einsparungen im Vergleich zum ursprünglichen Konzept (1,6 Milliarden Euro) seien mit dem Finanzministerium abgestimmt.
Die Reform verfolgt auch arbeitsmarktpolitische Ziele. Prien erklärte, das aktuelle System binde viele Frauen in Teilzeit, aus der sie oft nicht mehr herauskämen. Die Reform solle daher Wahlfreiheit, Gleichstellung und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern.