Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) lehnt die Überwachung von Kindern durch Eltern ab. Kinder hätten ein Recht darauf, nicht ständig beobachtet zu werden, betont sie. Die Frage sei auch eine des Alters und der Eigenverantwortung.
Recht auf Nicht-Überwachung und Eigenständigkeit
Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) sagte den Zeitungen der Mediengruppe Bayern (Freitagausgabe): "Kinder haben ein Recht auf Nicht-Gesehen-Werden".
Die CDU-Politikerin führt aus: "Das ist natürlich eine Altersfrage, die bei einem Kleinkind selbstverständlich anders zu beantworten ist als bei einem Grundschulkind und einem Jugendlichen. Aber Kinder haben das Recht, sukzessive Eigenverantwortung zu lernen". "Dazu gehört auch, dass sie nicht das Gefühl haben, sie werden auf Schritt und Tritt überwacht."
Kritik an Überbehütung und Erziehungsdruck
Auch Regelübertretungen gehörten laut Prien zum Erwachsenwerden. "Eine überbehütete Kindheit schadet Kindern unter Umständen sogar".
Die Ministerin sieht einen Verlust des natürlichen Zugangs zum Elternsein: "Ich glaube, dass vielen Eltern der natürliche Zugang zum Elternsein ein Stück weit abhandengekommen ist, weil auch der Austausch zwischen den Generationen, etwa mit den Großeltern, ein anderer geworden ist." Sie habe selbst mit ihrer Mutter über Erziehungsfragen gestritten, etwa ob ein Baby schreien gelassen werden dürfe oder Kinder den Teller aufessen müssten.
Perfektionierungszwang in der Erziehung
"Heute gibt es so viele Elternratgeber wie noch nie, Eltern erziehen unter einem immensen Perfektionierungszwang. Alles ist sehr kopfgesteuert und wenig intuitiv."