Mit der Zeitumstellung am Wochenende rücken viele Alltagsfahrten wieder in Dämmerung und Dunkelheit. TÜV NORD in Osnabrück rät Autofahrenden deshalb, vorausschauend zu fahren, Reifen und Beleuchtung zu prüfen und den Fahrbahnrand im Blick zu behalten.
In der Nacht zu Sonntag, 25. Oktober, werden die Uhren von 3 auf 2 Uhr zurückgestellt. Was bei Tageslicht sofort ins Auge falle, nähmen Autofahrende in der Dämmerung oft erst später wahr, heißt es in einer Mitteilung von TÜV NORD.
„In der dunklen Jahreszeit fallen gleich mehrere sicherheitsrelevante Faktoren zusammen: Die Sicht kann eingeschränkt sein, die Fahrbahn weniger Haftung bieten und am Straßenrand können Menschen oder Tiere unerwartet aus der Dunkelheit auftauchen. Aus diesen Gründen ist es von zentraler Bedeutung, Gefahren früh zu erkennen und Tempo sowie Abstand entsprechend anzupassen“, sagt Jannik Schneemann, Leiter der TÜV-NORD-Station Osnabrück. Die Station Osnabrück-Atter verschickte denselben Text mit dem gleichlautenden Zitat ihres Leiters Torsten Weeber.
Laub und Reifen: Haftung lässt nach
Sinkende Temperaturen, Nässe und Laub können laut TÜV NORD die Haftung der Reifen verringern. Besonders beim Bremsen, in Kurven und bei Ausweichmanövern zeige sich, wie gut das Fahrzeug kontrollierbar bleibe. Der Herbst sei deshalb ein guter Zeitpunkt, Profil, Luftdruck, Reifenalter und mögliche Beschädigungen prüfen zu lassen. Wer früh morgens oder abends unterwegs ist, solle zudem rechtzeitig auf Winterreifen wechseln.
„Für den Tausch ist nicht ein bestimmter Kalendertag ausschlaggebend, sondern die Bedingungen, unter denen das Fahrzeug tatsächlich fährt. Wer auf seiner Strecke schon jetzt mit Frost oder Glätte rechnen muss, sollte nicht warten, bis die winterlichen Verhältnisse eingetreten sind, sondern rechtzeitig handeln“, sagt Schneemann.
Licht und Sicht: Scheiben, Scheinwerfer und Automatik
Im Herbst könne das Wetter binnen weniger Augenblicke umschlagen: Nebel nehme Kontrast und Sichtweite, die tief stehende Sonne blende, und hohe Luftfeuchtigkeit lasse Scheiben von innen schnell beschlagen. Auf einer verschmutzten Windschutzscheibe verstärkten sich Lichtreflexe zusätzlich. Saubere Scheiben und intakte Wischerblätter seien deshalb genauso wichtig wie eine funktionierende und richtig eingestellte Beleuchtung. Ist der Scheinwerferkegel zu hoch ausgerichtet, kann er den Gegenverkehr blenden. Ist er zu niedrig eingestellt, bleiben wichtige Bereiche der Fahrbahn im Dunkeln.
Auch auf die Lichtautomatik sei bei Nebel und Regen nicht immer Verlass. Bei manchen Fahrzeugen bleibe das Tagfahrlicht aktiv, während die Rückleuchten ausgeschaltet seien. „Die Automatik reagiert vor allem auf Helligkeit, nicht unbedingt auf jede Wetterlage. Deshalb sollten Autofahrende bei entsprechenden Wetterbedingungen kontrollieren, ob das Abblendlicht tatsächlich eingeschaltet ist, und es gegebenenfalls manuell aktivieren“, sagt Schneemann.
Wer die Beleuchtung prüfen lassen möchte, kann nach Angaben von TÜV NORD noch bis Ende Oktober den kostenlosen Lichttest nutzen.
Wildwechsel und Laternenumzüge im Blick behalten
Die Zeitumstellung sorge nicht automatisch für mehr Wildwechsel, verschiebe aber viele Fahrten in die Dämmerungsphasen, in denen Wildtiere aktiv sind. Auf Straßen in Wald- und Feldnähe sollten Autofahrende deshalb besonders auf die Fahrbahnränder achten. Mit der Dunkelheit kehre außerdem die Laternenzeit zurück. Wer eine Laterne trage, sei aber nicht automatisch gut sichtbar: Gerade Kinder könnten in der Dämmerung zwischen parkenden Fahrzeugen oder an Einmündungen und Querungsstellen erst spät zu erkennen sein.
„Wildwechsel und Laternenumzüge haben auf den ersten Blick wenig gemeinsam. In beiden Fällen können Bewegungen am Fahrbahnrand jedoch im Dunkeln bleiben. Deshalb sollten Autofahrende den Seitenraum mitbeobachten und ausreichend Bremsweg einplanen“, sagt der TÜV-Experte Schneemann.