Orkanböen, Sturmflut und Fährausfälle: Wochenende wird stürmisch
Am Wochenende ziehen gleich zwei Sturmtiefs über Deutschland hinweg und sorgen besonders an der Nordseeküste und in den Mittelgebirgen für Unruhe. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, drohen an der Küste leichte Sturmfluten, die den Fährverkehr zu den Ostfriesischen Inseln behindern könnten. Die Reederei Norden-Frisia warnte bereits vor Verzögerungen oder Ausfällen im Verkehr von und nach Norderney ab Samstag. Auch die Baltrum-Linie rief Feriengäste auf, ihre Autos am Festland umzuparken, da ein Parkplatz im Hafen von Neßmersiel vorsorglich geräumt werden muss. Die Deutsche Bahn kündigte zudem Änderungen im Fahrplan für die Fähren nach Wangerooge an, wobei mehrere Fahrten ausfallen und andere zu geänderten Zeiten verkehren. Die Schnellfähre „Wattsprinter“ bleibt bis Montag komplett außer Betrieb.
DWD warnt vor Orkanböen bis 130 km/h
Während die Nordseeküste mit Sturmfluten kämpft, warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor schweren Sturmböen in Nordrhein-Westfalen und dem Saarland. Meteorologe Robert Hausen sagte der dpa, dass am Freitagabend Böen mit 80 bis 100 Kilometern pro Stunde erwartet werden, besonders in der Westhälfte Nordrhein-Westfalens. Auf dem Feldberg im Schwarzwald und dem Brocken könnten sogar Orkanböen von bis zu 130 Kilometern pro Stunde auftreten. Hausen betonte, dass durch herabstürzende Äste und umherfliegende Gegenstände eine erhöhte Gefahr bestehe. Meteorologe Dominik Jung ergänzte gegenüber der „Bild“, dass der Zeitpunkt besonders kritisch sei, da die Bäume noch viel Laub tragen und der Boden durch Regen aufgeweicht ist. Dies erhöhe das Risiko von umstürzenden Bäumen und abbrechenden Ästen bereits bei Böen, die im Winter kaum Schäden verursachen würden.
Sturmtief „Manja“ bringt neuen Wind
Am Samstag beruhigt sich die Lage vorerst, doch am Sonntag zieht mit Sturmtief „Manja“ ein weiteres Tief auf. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf den DWD berichtet, wird der Sonntag abgesehen vom Südosten ein windiger bis stürmischer Tag. Besonders betroffen sind die Küstenregionen, der Nordwesten und das Bergland. In der Nacht auf Sonntag wird zudem mit stürmisch auffrischendem Südwind und kräftigem Regen gerechnet. Die Nacht auf Samstag war bereits im Norden und der Mitte windig bis stürmisch, wie DWD-Meteorologe Thore Hansen mitteilte. Tagsüber schwächte sich der Wind zwar ab, doch am Abend nahm er erneut zu.
Frankreich erlebt Sturm mit 140 km/h
In Frankreich hatte der Sturm bereits am Freitagvormittag zu Einschränkungen geführt. Wie die „Welt“ berichtet, wurden in der Bretagne und dem Département Manche Windböen von 120 bis 140 km/h gemessen. Die Präfektur des Départements Manche beschränkte den Verkehr an der Küste, und am Flughafen Nantes strich die Fluggesellschaft Transavia alle Flüge für den Freitagvormittag. In Deutschland bleibt es in den übrigen Landesteilen ruhiger, da sich das Tief rascher abschwächt. Nur auf den zentralen Mittelgebirgen ist es mitunter stürmisch.