Die Defi-League hat bei einer digitalen Suchaktion in Stadt und Landkreis Osnabrück nach Angaben des Klinikums 247 bislang nicht erfasste Defibrillatoren entdeckt. Zu weiteren 143 Geräten sammelten Teilnehmer zusätzliche Angaben über Standorte und Einsatzbereitschaft.
Der Hintergrund ist ernst: Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand entscheiden die ersten Minuten über die Überlebenschancen. Für Ersthelfer ist es wichtig zu wissen, wo sich ein öffentlich zugänglicher automatisierter externer Defibrillator (AED) befindet und ob das Gerät tatsächlich erreichbar ist.
Defi-League verbessert Standortübersicht in Osnabrück
Die Teilnehmenden fotografierten Geräte mit einer Web-App, die auch GPS-Koordinaten erfasst. Entwickler ist nach Angaben des Klinikums Marvin Rohmann von der maze GmbH. Für Funde gab es Punkte und Gewinnchancen. Die Aktion sollte Menschen dazu bringen, auch bislang unbekannte Standorte zu melden.
Nach Angaben der Veranstalter waren 2019 erst 87 Geräte registriert, 2024 waren es 89 und im Sommer 2025 rund 100. Die aktuellen Ergebnisse vergrößern die erfasste Datenbasis deutlich. Allerdings bedeutet ein registrierter Standort nicht automatisch, dass das Gerät jederzeit frei zugänglich ist.
Bei Herzstillstand zählt sofortige Herzdruckmassage
Der Nephrologe Dr. Andreas Atzeni vom Klinikum Osnabrück betont, dass ein Defibrillator nur helfen kann, wenn er frühzeitig eingesetzt wird. Zugleich müsse sofort mit der Herzdruckmassage begonnen und der Notruf 112 gewählt werden. Ist ein AED verfügbar, soll eine zweite Person ihn holen und den Sprachanweisungen folgen. Das Gerät ergänzt die Wiederbelebung und ersetzt die Herzdruckmassage nicht.
Die Mitteilung erschien anlässlich des weltweiten Aktionstages für Wiederbelebung am 16. Oktober. Die Organisatoren wollen die Standortdaten nach Ende der Suchaktion weiter ergänzen und pflegen. Weitere Informationen stehen auf defi-league.de.