Mehrere Großstädte in Nordrhein-Westfalen wollen die Nutzung von E-Scootern stärker regulieren. Dazu gehört ein verpflichtender Kenntnisnachweis für Fahrer. Hintergrund sind steigende Unfallzahlen und Probleme mit wildem Abstellen. NRW-Innenminister Herbert Reul unterstützt die Pläne.
Sicherheitsregeln für E-Scooter gefordert
Der Städtetag Nordrhein-Westfalen dringt auf strengere Vorschriften für E-Scooter. Wie die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" berichtet, hat sich der Vorstand auf mögliche Regelverschärfungen verständigt. Im Mittelpunkt steht die Einführung eines "Kenntnis- und Befähigungsnachweis" für Fahrer. Christian Schuchardt, Geschäftsführer des Städtetags NRW, erklärte, die Situation in den Städten erfordere dies. Immer wieder komme es zu gefährlichen Situationen und schweren Unfällen, bei denen auch Fußgänger und Radfahrer betroffen seien.
Ein Beispiel für die Risiken ist ein tödlicher Unfall im Juli 2025: Ein 39-Jähriger verunglückte in Essen ohne Fremdeinwirkung mit einem E-Scooter und erlag seinen Verletzungen.
Unfallzahlen steigen stark an
Die Unfallstatistik unterstreicht die Dringlichkeit der Forderungen. Im Jahr 2025 verunglückten in NRW rund 3.900 Menschen mit E-Scootern – ein Anstieg um etwa 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Kein anderer Verkehrsbereich verzeichnete eine vergleichbare Zunahme. Unter den Opfern waren auch Kinder unter 14 Jahren, die eigentlich keine E-Scooter nutzen dürfen.
Zusätzlich fordert der Städtetag NRW eine verbindliche digitale Sicherheitseinweisung vor der ersten Fahrt mit Mietrollern, etwa über die App der Anbieter. Auch automatische Geschwindigkeitsbegrenzungen in stark frequentierten Fußgängerbereichen könnten die Sicherheit erhöhen. Einige Städte haben solche Maßnahmen bereits umgesetzt.
Mehr Kontrolle über Abstellflächen
Ein weiteres Problem ist das wilde Abstellen von E-Scootern im öffentlichen Raum. Die Kommunen wünschen sich mehr Möglichkeiten, gewerbliche Angebote vor Ort zu steuern. Dazu gehören klare Regeln für Abstellflächen und die Begrenzung der Fahrzeugzahlen.
NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) unterstützt die Pläne der Städte. Bei der Vorstellung der jüngsten Verkehrsunfallbilanz nannte er alkoholisiertes Fahren, die Mitnahme mehrerer Personen und die Missachtung elementarer Verkehrsregeln als besorgniserregende Entwicklungen.