Die erste unabhängige Polizeibeauftragte Nordrhein-Westfalens, Ursula Mecklenbrauck, hat in ihren ersten vier Wochen überwiegend Eingaben von Bürgern erhalten. Polizeibeamte haben sich bislang kaum an sie gewandt. Mecklenbrauck kündigte an, das Vertrauen der Polizei durch Besuche bei allen Behörden des Landes zu stärken.
Bürger als Hauptansprechpartner
Ursula Mecklenbrauck, die erste unabhängige Polizeibeauftragte in Nordrhein-Westfalen, hat in den ersten vier Wochen ihrer Amtszeit Eingaben in einem niedrigen dreistelligen Bereich erhalten. Wie sie der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" sagte, stammen diese vor allem von Bürgern und nicht von Polizeibeamten.
Der Schwerpunkt liege aktuell noch bei den Bürgern, erklärte Mecklenbrauck. Sie betrachte es als ihre Bringschuld, das Vertrauen der Polizisten zu gewinnen. In den kommenden Monaten werde sie dazu alle Polizeibehörden in NRW besuchen.
Historische Parallelen zu anderen Beauftragtenämtern
Die frühere Polizeipräsidentin von Krefeld zeigte sich gelassen gegenüber der Kritik an ihrem neuen Amt. Vergleichbare Vorbehalte habe es auch bei der Einführung von Polizeibeauftragten in anderen Bundesländern sowie vor 70 Jahren beim Wehrbeauftragten gegeben.
Mecklenbrauck verwies darauf, dass die Argumente gegen die Einführung des Wehrbeauftragten vor 70 Jahren nahezu identisch mit denen gegen Polizeibeauftragte gewesen seien. Heute stelle jedoch niemand mehr die Notwendigkeit des Wehrbeauftragten infrage. Polizeibeauftragte würden inzwischen als wichtige Ansprechpartner wahrgenommen.