68 Abgeordnete, zehn Fachausschüsse und eine wiedergewählte Landrätin: Im Landkreis Osnabrück sind die politischen Weichen für die Wahlperiode bis 2031 gestellt. An der Spitze des Kreistages steht künftig erneut Dr. André Berghegger.
CDU ist stärkste Fraktion im Kreistag
Der Landkreis Osnabrück hat ein neues politisches Parlament: Am 2. November kam der Kreistag im Forum in Melle zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Dabei wurden wichtige Personalentscheidungen getroffen und die Ausschüsse für die kommenden fünf Jahre festgelegt.
Mit 22 Sitzen ist die CDU stärkste Fraktion im 68-köpfigen Kreistag. Die SPD kommt auf 16 Mandate, Bündnis 90/Die Grünen und die AfD auf jeweils neun. FDP, Die Linke und UWG sind mit jeweils drei Sitzen vertreten. BSW Niedersachsen, CDW/W und Volt verfügen jeweils über einen Sitz.
An die Spitze des Kreistages wurde Dr. André Berghegger (CDU) gewählt. Sein Stellvertreter ist Guido Pott (SPD). Als stellvertretende Landrätinnen übernehmen Silke Depker (SPD), Agnes Droste (CDU) und Christiane Rottmann (CDU) Verantwortung.
Kebschull startet in ihre zweite Amtszeit
Auch Landrätin Anna Kebschull wurde in der Sitzung vereidigt. Die Zeremonie übernahm die stellvertretende Landrätin Christiane Rottmann. Kebschull war bei der Stichwahl am 27. September mit 64,71 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden. Ihre neue achtjährige Amtszeit läuft seit dem 1. November 2026 und endet am 31. Oktober 2034.
Mit Blick auf die kommenden Herausforderungen warb die Landrätin für Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg. Sie erklärte: „Ich freue mich darauf, die Arbeit für die Menschen im Landkreis Osnabrück fortzusetzen. Vor uns liegen wichtige Aufgaben, die wir nur gemeinsam bewältigen können. Dafür ist mir eine sachorientierte, parteiübergreifende Zusammenarbeit besonders wichtig.“
Dabei sollen auch die Städte und Gemeinden eng eingebunden werden. Kebschull betonte: „Nur gemeinsam können wir gute Antworten auf die Herausforderungen der Zukunft finden und unseren Landkreis weiter voranbringen. Mir ist es ein großes Anliegen, bestmögliche Rahmenbedingungen für eine konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit zu schaffen.“
Zehn Ausschüsse kümmern sich um die Fachthemen
Neben den Personalentscheidungen stand die künftige Ausschussarbeit auf der Tagesordnung. Für die Wahlperiode 2026 bis 2031 wurden zehn Fachausschüsse eingerichtet. Sie bereiten Entscheidungen des Kreistages und des Kreisausschusses vor und beschäftigen sich mit den zentralen Themen der Kreispolitik.
Dazu zählen Feuerwehr, Integration und Ordnung, Gesundheit, Personal und Digitalisierung, Mobilität und Verkehr, Planen, Bauen und Umwelt, Rechnungsprüfung, Soziales und Gleichstellung, Bildung, Kultur und Sport, Kinder, Jugend und Familie sowie Wirtschaft und Finanzen.
Jeder Ausschuss hat grundsätzlich 15 stimmberechtigte Kreistagsmitglieder. Je nach Themengebiet kommen weitere Vertreter hinzu. So wirken beispielsweise Feuerwehrangehörige sowie Vertreter von Lehrkräften und Schülerschaft in den entsprechenden Ausschüssen mit.
Wer die Verwaltung künftig führt
Auch der Verwaltungsvorstand des Landkreises ist personell aufgestellt. An seiner Spitze steht Landrätin Anna Kebschull. Malte Stakowski ist seit dem 1. Oktober Erster Kreisrat und damit ihr allgemeiner Vertreter. Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem Finanzen, Personal und Gesundheit.
Kreisrat Thomas Könnecker verantwortet die Bereiche Planen und Bauen, Umwelt, Straßen und Mobilität. Für Soziales, Jugend, Bildung, Sport und Kultur ist Kreisrat Matthias Selle zuständig. Er geht Ende April 2027 in den Ruhestand. Seine Nachfolgerin wird Anja Fels, die bereits im Juni 2026 vom Kreistag gewählt wurde.
Bürger können sich einbringen
Die Arbeit des Kreistages bleibt für die Öffentlichkeit nachvollziehbar: Die Sitzungen des Kreistages und der Fachausschüsse sind grundsätzlich öffentlich. Zudem haben Einwohnerinnen und Einwohner dort die Möglichkeit, in Fragestunden eigene Anliegen vorzubringen.
Informationen zu Mitgliedern, Sitzungsterminen, Tagesordnungen und öffentlichen Vorlagen finden Interessierte im Kreistagsinformationssystem unter www.LKOS.de. Lediglich der Kreisausschuss tagt nicht öffentlich.
Die nächste Kreistagssitzung ist für den 16. November 2026 im Freizeitland Hasbergen geplant. Hintergrund für den ungewöhnlichen Sitzungsort ist die Sanierung des Kreishauses am Schölerberg in Osnabrück. Der dortige parlamentarische Bereich steht deshalb vorübergehend nicht zur Verfügung.
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