Der Entdecker von Whitney Houston und Santana starb mit 94 Jahren.
Der einflussreiche Musikproduzent Clive Davis ist tot. Wie die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Familienangehörige berichtet, starb der US-Amerikaner im Alter von 94 Jahren. Davis prägte über Jahrzehnte die Musikbranche und entdeckte oder förderte Künstler wie Whitney Houston, Santana, Bruce Springsteen und Billy Joel. Mit seiner Arbeit bei Columbia Records, Arista Records und später J Records schrieb er Musikgeschichte und formte die Karrieren einiger der größten Stars der Pop- und Rockmusik.
Vom Anwalt zum Musikmogul mit Vision
Laut dem Branchenportal st-jamespark.com begann Davis seine Karriere als Anwalt, bevor er in den 1960er-Jahren Präsident von Columbia Records wurde. Dort setzte er sich unter anderem für Bob Dylan ein, als dieser den Übergang von Folk zu elektrischer Musik vollzog. Später gründete er 1974 das Label Arista Records, wo er unter anderem Whitney Houston unter Vertrag nahm und zu weltweitem Ruhm verhalf. Die Verkaufserlöse ihrer Alben und die damit verbundenen Einnahmen aus Tourneen und Merchandising trugen maßgeblich zu seinem Vermögen bei.
Millarden-Deal durch klugen Musik-Business
Davis galt als scharfer Geschäftsmann, der nicht nur ein Gespür für Talent hatte, sondern auch die Fähigkeit besaß, die kommerziellen Möglichkeiten der Musikindustrie zu nutzen. So sicherte er sich Anteile an Tourneen, Merchandising und Lizenzgeschäften, was ihm langfristig hohe Einnahmen einbrachte. 2000 verkaufte er Arista Records für eine Summe von rund 2,6 Milliarden US-Dollar an BMG, was seinen finanziellen Status weiter festigte.
Autor und Berater bis ins hohe Alter aktiv
Neben seiner Arbeit als Produzent und Labelchef war Davis auch als Autor tätig. Seine Memoiren, in denen er Einblicke in die Musikbranche gab, wurden zu Bestsellern. Zudem blieb er bis ins hohe Alter als Berater und Produzent aktiv, etwa in Zusammenarbeit mit Simon Cowell bei der Entwicklung von Formaten wie „American Idol“.
Ende einer Ära in der Musikgeschichte
Sein Tod markiert das Ende einer Ära in der Musikindustrie. Davis hinterlässt ein Erbe, das Generationen von Künstlern und Fans geprägt hat. Die genauen Umstände seines Todes wurden von der Familie zunächst nicht bekannt gegeben.