Seltene Robbenart kehrt nach Jahrzehnten zurück – Forscher sehen Hoffnung auf Ansiedlung.
Vor der Küste der kroatischen Stadt Zadar ist erneut eine Mittelmeer-Mönchsrobbe gesichtet worden. Das Institut für Ozeanographie und Fischerei in Split bestätigte kroatischen Medienberichten zufolge die Beobachtung des extrem seltenen Meeressäugetiers. Die Art galt in der Adria jahrzehntelang als verschwunden, doch aktuelle Sichtungen wecken Hoffnung auf eine dauerhafte Rückkehr. Wie das Fachjournal „Frontiers in Marine Science“ berichtet, stützen Studien von Mišo Pavičić und Nika Stagličić die Annahme, dass die Nahrungsverfügbarkeit in der östlichen Adria grundsätzlich ausreicht, um eine Ansiedlung zu ermöglichen. Lokale Engpässe durch intensive Küstenfischerei bestehen zwar, doch die Bestände der meisten Beutearten werden als stabil oder sich verbessernd eingestuft.
Mittelmeer-Mönchsrobbe vom Aussterben bedroht
Die Mittelmeer-Mönchsrobbe (_Monachus monachus_) ist weltweit eine der seltensten Robbenarten und die einzige im Mittelmeer heimische. Auf der IUCN-Liste wird sie als „stark gefährdet“ geführt, mit weniger als 1.000 Tieren in drei Hauptpopulationen. Historisch war sie in der Adria heimisch, doch durch Verfolgung und Küstenveränderungen wurde sie im 20. Jahrhundert fast ausgerottet. Für eine erfolgreiche Ansiedlung benötigt die scheue Robbe vor allem ungestörte Meereshöhlen und abgeschiedene Küstenabschnitte.
Tourismus gefährdet letzte Robben-Rückzugsorte
Experten warnen jedoch vor Störungen durch den wachsenden Boots- und Höhlentourismus an der kroatischen Küste. Die Stiftung Meeresschutz betont, dass Urlauber bei einer Begegnung mit den Tieren unbedingt Abstand halten sollten. Das Aufsuchen von Rückzugshöhlen könnte den Ansiedlungserfolg gefährden.
Kroatien verzeichnet Schildkröten-Nachwuchs
Kroatiens Artenvielfalt zeigt sich in letzter Zeit besonders vielfältig. Erst 2025 wurden auf der Insel Korčula erstmals geschlüpfte Karettschildkröten dokumentiert – eine Premiere für das Land. Ob die Mönchsrobbe dauerhaft in die Adria zurückkehrt, hängt nun maßgeblich vom Schutz der Küstenlebensräume ab, wie das Institut für Ozeanographie und Fischerei in Split sowie Berichte von jutarnji.hr und morski.hr unterstreichen.