Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat am Donnerstag in Montenegro vor dem Einfluss nichteuropäischer Mächte auf dem Westbalkan gewarnt. Der EU-Beitritt der Region sei entscheidend für Stabilität und gemeinsame Perspektiven, betonte er am Rande des Berlin-Prozess-Gipfels.
EU-Beitritt als Stabilitätsfaktor
"Der westliche Balkan darf nicht zu einem Ort werden, auf dem große Mächte um Einfluss ringen", sagte Merz. Es sei in einem "gemeinsamen Interesse", dass der Weg der Staaten in der Region "unumkehrbar" in die Europäische Union führe. Nur eine "gemeinsame Perspektive" in den europäischen Binnenmarkt und in die Institutionen der EU werde die "notwendige Stabilität" für die Region insgesamt schaffen.
Montenegro als Vorreiter
Die Länder des westlichen Balkans gehörten zu Europa, "geografisch und politisch", so Merz. "Das war lange ein Wort für schöne Reden, aber in den letzten Monaten haben wir es geschafft, hier endlich jetzt konkret voranzukommen." Montenegro sei "auf dem besten Weg, der EU bald beizutreten". "Andere müssen, andere werden folgen", sagte der Bundeskanzler.
Der sogenannte "Berlin-Prozess" soll die regionale Zusammenarbeit der sechs Westbalkan-Staaten stärken und Reformen auf dem Weg in die EU unterstützen. Montenegro richtet das Treffen in einem besonderen Jahr aus: Das Land feiert 20 Jahre Unabhängigkeit und befindet sich nach Angaben von Merz in der Schlussphase seiner Beitrittsverhandlungen. Im Rahmen des "Berlin-Prozesses" sind 2026 26 Veranstaltungen geplant, zwölf davon auf Ministerebene.