Bundeskanzler Merz erinnert in Südkorea an deutsche Einheit und mahnt zur Hoffnung.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Freitag während seiner Asienreise die innerkoreanische Grenze besucht und dabei an die deutsche Wiedervereinigung vor 36 Jahren erinnert. An der Demarkationslinie zwischen Nord- und Südkorea betonte er, wie sehr ein Land unter einer Teilung leide und wie stark der Wunsch nach Einheit sei, wie die Augsburger Allgemeine und n-tv berichten. Merz sagte, er sei in Seoul mehrfach auf die deutschen Erfahrungen mit der Wiedervereinigung angesprochen worden. Die koreanische Halbinsel ist seit dem Koreakrieg (1950–1953) geteilt, wobei der Norden autoritär von Kim Jong-un regiert wird, während der Süden eine Demokratie ist. Die Grenze verläuft entlang des 38. Breitengrades und ist eine der am stärksten gesicherten der Welt.
Merz betritt Nordkorea kurzzeitig
Merz besichtigte eine der blauen Baracken, durch deren Mitte die Grenze verläuft. Dort haben 2018 der damalige südkoreanische Präsident Moon Jae-in und Kim Jong-un einen historischen Handschlag ausgetauscht, wie n-tv und ariva.de übereinstimmend berichten. Merz übertrat innerhalb der Baracke kurzzeitig nordkoreanisches Territorium. Die Spannungen zwischen beiden Staaten sind jedoch hoch: Kurz vor seinem Besuch feuerte Nordkorea ballistische Raketen ab, und die Beziehungen sind seit Jahren angespannt. Kim Jong-un hat das Ziel einer friedlichen Wiedervereinigung offiziell aufgegeben und lässt stattdessen die Grenze weiter befestigen, wie ariva.de berichtet.
Merz verknüpft Koreas Sicherheit mit Europa
Trotz der aktuellen Lage betonte Merz die Bedeutung der deutschen Erfahrungen für Südkorea. Er verwies darauf, dass die Sicherheit Koreas und Europas eng miteinander verknüpft sei. Deutschland unterstützt die Überwachung des Waffenstillstands auf der Halbinsel durch zwei Offiziere im US-geführten United Nations Command. Merz rief dazu auf, nicht die Hoffnung auf eine mögliche Wiedervereinigung zu verlieren, auch wenn diese derzeit unwahrscheinlich erscheint. In Südkorea ist die Wiedervereinigung zwar Staatsziel, doch viele Bürger, insbesondere jüngere Generationen, haben sich innerlich von dieser Idee distanziert, wie die Augsburger Allgemeine anmerkt.