Mercedes-Benz will offenbar die Zahl der Leiharbeiter in Deutschland verringern. Gleichzeitig sollen Arbeitskosten durch unbezahlt mehr Arbeit und Kürzungen bei Sonderzahlungen gesenkt werden. Betriebsrat und IG Metall lehnen die Pläne ab.
Kostensenkung durch Leiharbeiter-Abbau und Arbeitszeitausweitung
Laut einem Bericht des "Handelsblatt" unter Berufung auf Konzernkreise plant Mercedes-Benz, die Zahl der Leiharbeiter in seinen deutschen Werken zu reduzieren. In den Standorten Sindelfingen bei Stuttgart, Bremen und Rastatt (Baden) sind derzeit etwa 3.000 Zeitarbeiter beschäftigt. Der Konzern selbst sprach auf Anfrage von "einigen Tausend" Leiharbeitern, äußerte sich aber nicht zu den konkreten Plänen.
Geplante Einschnitte bei Sonderzahlungen und Arbeitszeit
Das Management strebt an, die Arbeitskosten in Deutschland zu senken. Dies soll durch unbezahlt mehr Arbeit der Beschäftigten sowie Kürzungen oder Streichungen von Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld und der jährlichen Gewinnbeteiligung erreicht werden. Betriebsrat und die Gewerkschaft IG Metall wehren sich gegen diese Maßnahmen.
Kein Abbau der Stammbelegschaft, aber demografischer Wandel
Ein Abbau der Stammbelegschaft wird laut Management aktuell nicht in Betracht gezogen. Hier wirkt sich die Demografie aus: In den nächsten zehn Jahren scheiden etwa 20 Prozent der Belegschaft altersbedingt aus.
Mit den geplanten Maßnahmen will das Unternehmen in Deutschland jährlich 800 Millionen Euro einsparen, heißt es laut Bericht des "Handelsblatts". Dies könnte die Marge um knapp einen Prozentpunkt steigern.