Bundesweit starben bereits 261 Menschen in Gewässern – besonders betroffen: junge Männer.
Die hohe Zahl tödlicher Badeunfälle in Deutschland gibt Anlass zur Sorge. Laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sind bundesweit bereits mindestens 261 Menschen in Gewässern ertrunken – 15 mehr als im Vorjahreszeitraum. Besonders der Juni war mit über 100 Todesfällen der tödlichste Monat seit mehr als 20 Jahren, wie die DLRG mitteilt. Rund 90 Prozent der Unglücke ereigneten sich in frei zugänglichen Gewässern wie Seen, Flüssen oder Teichen, wo oft keine Rettungskräfte vor Ort sind. DLRG-Präsidentin Ute Vogt betont, dass die Hitzewelle Ende Juni maßgeblich zum Anstieg beigetragen habe.
DLRG warnt vor Risikofaktoren beim Baden
Sie warnt vor leichtsinnigem Verhalten, insbesondere in Verbindung mit Alkohol oder Drogen, das bei jüngeren Opfern häufig eine Rolle spiele. Bei Älteren seien gesundheitliche Probleme ein Risikofaktor, bei Kindern mangelnde Schwimmkompetenz. Viele Kinder verließen die Grundschule ohne sicheres Schwimmvermögen, so Vogt. Die DLRG fordert daher mehr Investitionen in Schwimmbäder und schulischen Schwimmunterricht sowie verstärkte Aufklärung über die Gefahren beim Baden.
Badetote in Schleswig-Holstein stark gestiegen
In Norddeutschland zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen: Während die Zahlen in Niedersachsen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern sanken, stieg die Zahl der Badetoten in Schleswig-Holstein deutlich an. Dort ertranken bis Ende Juli 16 Menschen, neun mehr als im Vorjahr. Auffällig ist, dass neun der Opfer zwischen 11 und 40 Jahre alt waren. In Hamburg starben sechs Menschen, alle männlich, in Niedersachsen 23, darunter vor allem Senioren. In Rheinland-Pfalz registrierte die DLRG 13 Todesfälle, drei mehr als im Vorjahr.
Unglücke häufen sich in Flüssen und Seen
Die meisten Unglücke ereigneten sich in Flüssen und Seen. Die DLRG unterstreicht, dass die beste Vorbeugung gegen Ertrinken das sichere Schwimmen sei. Rettungsschwimmer wie Alexander Kolb aus Grömitz beobachten zudem, dass viele Menschen unvorsichtig ins Wasser gehen, etwa durch Sprünge vom Boot ohne vorherige Abkühlung, was zu Kreislaufproblemen führen kann. Auch Ablenkung durch Multimediageräte bei Eltern am Strand sei ein Problem.