Erste Prognosen: Linke bei 24,5 %, CDU bei 20 %, AfD bei 16 %
Die Linke hat die Abgeordnetenhauswahl in Berlin nach ersten Prognosen klar für sich entschieden. Laut Infratest dimap und ARD-Prognose kommt die Partei auf 24,5 Prozent der Stimmen, wie der rbb und die Tagesschau berichten. Damit liegt sie deutlich vor der CDU, die mit 20 Prozent und einem Verlust von rund 8 Prozentpunkten gegenüber 2023 nur noch zweitstärkste Kraft ist. Die AfD erreicht mit 16 Prozent ihr bisher bestes Ergebnis bei einer Berliner Abgeordnetenhauswahl und wird drittstärkste Partei. Die Grünen folgen mit 15 Prozent, während die SPD mit 12 Prozent ihr bisher schlechtestes Ergebnis in der Hauptstadt einfuhr. Das BSW liegt bei 5 Prozent und muss um den Einzug ins Parlament bangen, die FDP scheitert mit 2,5 Prozent klar an der Fünf-Prozent-Hürde.
Rekordbeteiligung bei Berliner Wahl
Die Wahlbeteiligung lag mit etwa 75 Prozent deutlich höher als bei der letzten Wahl 2023, als sie bei 62,9 Prozent gelegen hatte. Bis 16 Uhr hatten bereits 58,2 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, wie der Landeswahlleiter Stephan Bröchler mitteilte. Besonders hoch war die Beteiligung in Steglitz-Zehlendorf, während sie in Spandau und Neukölln am niedrigsten ausfiel.
Mögliche Koalitionen in Berlin nach Wahl
Für die Regierungsbildung in Berlin ergeben sich aus den Prognosen mehrere mögliche Koalitionen. Ein Bündnis aus Linken, Grünen und SPD wäre genauso denkbar wie eine Ampelkoalition aus CDU, Grünen und SPD. Die bisherige schwarz-rote Koalition unter Kai Wegner (CDU) hat dagegen keine Mehrheit mehr. Spitzenkandidatin Elif Eralp (Linke) kündigte an, man wolle „gemeinsam Berlin verändern“ und setzte dabei vor allem auf bezahlbaren Wohnraum.
AfD führt in Mecklenburg-Vorpommern
In Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich unterdessen ein anderes Bild ab. Hier liegt die AfD laut ersten Prognosen mit 37 Prozent knapp vor der SPD (35 Prozent). Die CDU muss mit 5,5 Prozent um den Wiedereinzug in den Landtag bangen, wie der rbb berichtet. Die Linke erreicht 7,5 Prozent, die Grünen 5,5 Prozent, während FDP und BSW bei 1,2 bzw. 5,0 Prozent liegen.
Merz unter Druck nach CDU-Niederlagen
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte den Wahlabend in der Parteizentrale in Berlin verbracht und sich direkt nach den ersten Prognosen öffentlich geäußert. Die CDU hatte zuvor in Sachsen-Anhalt eine schwere Niederlage einstecken müssen, was die Kritik an Merz innerhalb der Partei verstärkt hatte. Vier Tage vor den Wahlen hatten die CDU-Ministerpräsidenten dem Kanzler jedoch Rückendeckung gegeben.
Die AfD feierte ihre Erfolge in beiden Bundesländern. In Berlin betonte Spitzenkandidatin Kristin Brinker, die Partei werde „immer stärker“. In Mecklenburg-Vorpommern könnte die AfD erstmals stärkste Kraft werden. Die CDU steht dort vor einem historischen Tief, während die SPD trotz Verlusten als zweitstärkste Partei abschneidet.