Nach 19 Jahren: Ermittler finden Überreste der 2007 verschwundenen Frau
Nach fast 20 Jahren könnte der Fall der vermissten Kerstin Lee Langley aus Regensburg aufgeklärt werden. Wie der Spiegel und der Merkur berichten, haben Ermittler in der Oberpfalz menschliche Knochen entdeckt, die mit hoher Wahrscheinlichkeit der seit 2007 verschwundenen Frau zugeordnet werden. Die rechtsmedizinische Untersuchung habe dies ergeben, so Sprecher von Polizei und Staatsanwaltschaft. Langley war damals 39 Jahre alt, als ihr Bruder sie als vermisst meldete. Ihr Lebensgefährte gab an, sie sei mit einem alten Freund in einem dunklen Auto mit Deggendorfer Kennzeichen weggefahren. Der Fall war bereits zweimal Thema bei „Aktenzeichen XY … ungelöst“. Das Bayerische Landeskriminalamt hatte für entscheidende Hinweise eine Belohnung von 10.000 Euro ausgeschrieben.
Drei Verdächtige planten gemeinschaftlichen Mord
Laut der Mittelbayerischen Zeitung und dem Merkur geht die Polizei von drei Tatverdächtigen aus. Einer von ihnen, Langleys damaliger Partner, ist bereits verstorben. Eine 56-jährige Beschuldigte habe sich Anfang des Jahres bei der Polizei gemeldet und ein umfangreiches Geständnis abgelegt. Sie führte die Ermittler zu einer Stelle in Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz, wo Anfang Oktober sechs Knochen ausgegraben wurden. Die Beschuldigte ist eine Ex-Partnerin von Langleys Lebensgefährten und soll zunächst versucht haben, Langley zu erwürgen. Als dies misslang, habe ein Mitbewohner, der dritte Tatverdächtige, eingegriffen und Langley getötet. Der 66-Jährige sitzt in Untersuchungshaft und schweigt zu den Vorwürfen. Oberstaatsanwalt Thomas Rauscher erklärte, man gehe davon aus, dass sich die drei Beschuldigten verabredet hätten, um Langley gemeinschaftlich zu töten. Alle hätten aus unterschiedlichen Gründen einen Groll gegen das Opfer gehegt.
Geständnis führt zu Durchbruch im Langley-Fall
Die Ermittler suchten auch an einem zweiten Ort in Sulzbach-Rosenberg nach Überresten, bisher jedoch ohne Erfolg. Die Kronzeugenregelung werde für die geständige Beschuldigte in Betracht gezogen, wie der Merkur berichtet. Ohne ihr Geständnis wäre der Durchbruch im Fall nicht möglich gewesen, so Rauscher. Die endgültigen Ergebnisse der rechtsmedizinischen Untersuchung stehen noch aus, doch die Ermittler sind zuversichtlich, den Fall nach so langer Zeit aufzuklären. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.