Das Bundeskartellamt kritisiert die zunehmende Übernahme von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) durch institutionelle Investoren. Präsident Andreas Mundt warnt vor möglichen regionalen Marktmonopolen und weist auf gesetzliche Lücken hin, die viele Übernahmen unprüfbar machen.
Bedenken wegen Marktkonzentration
Das Bundeskartellamt beobachtet die Entwicklung im Gesundheitssektor mit wachsender Skepsis. "Wir sehen mit Sorge, dass immer mehr Medizinische Versorgungszentren in die Hand institutioneller Investoren gelangen. Dadurch können regional starke Marktstellungen einzelner Anbieter entstehen", erklärte Andreas Mundt, Präsident der Behörde, in einem Interview mit der Bild-Zeitung. Die Sorge gilt vor allem der wachsenden Zahl von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ), die von institutionellen Investoren übernommen werden. Mundt befürchtet, dass dadurch regional starke Marktstellungen entstehen könnten, die den Wettbewerb einschränken.
Aktuell gibt es jedoch kaum Möglichkeiten, diese Entwicklung zu kontrollieren. Wie Mundt weiter ausführte, bleiben viele Übernahmen unüberprüft, weil die gesetzlichen Vorgaben dies nicht zulassen.
Gesetzliche Prüfungslücken
"Das Problem dabei ist, dass wir viele dieser Übernahmen aufgrund der gesetzlichen Umsatzschwellen gar nicht prüfen können", betonte Mundt. Der Grund: Die übernommenen Praxen erreichen "übernommenen Praxen in der Regel nicht den dafür erforderlichen Mindestumsatz von 17,5 Millionen Euro erreichen". Die gesetzliche Umsatzschwelle von 17,5 Millionen Euro, ab der das Kartellamt Übernahmen prüfen darf, wird damit in der Regel nicht erfüllt. Dies führt dazu, dass ein Großteil der Transaktionen ohne kartellrechtliche Kontrolle bleibt.
Die Behörde sieht hier dringenden Handlungsbedarf, um mögliche Wettbewerbsverzerrungen im Gesundheitswesen zu verhindern. Konkrete Lösungsvorschläge wurden jedoch nicht genannt.