Die Junge Union hat Fördermittel des Bundesfamilienministeriums zurückerstattet und dafür einen Kredit der CDU in Anspruch genommen. Laut Ministerium belief sich die Rückzahlung auf 348.509,07 Euro inklusive Zinsen. Die Mittel seien nicht oder nicht rechtzeitig verwendet worden.
Rückzahlung nach fehlenden Belegen
Ein Sprecher der Jungen Union erklärte unter Berufung auf "Focus", die Bundesgeschäftsstelle habe 2025 selbst festgestellt, dass ein Teil der Fördermittel nicht abgerechnet werden konnte. Die JU sei ihrer Rückzahlungsverpflichtung vollständig nachgekommen.
Konkret geht es laut "Focus" um Mittel des Bundesfamilienministeriums für die Förderung politischer Bildungsarbeit von Jugendorganisationen. Das Ministerium bestätigte, dass die JU 2025 1,2 Millionen Euro erhalten habe. Wie andere Jugendorganisationen musste die JU nachweisen, das Geld korrekt verwendet zu haben.
Kredit der Mutterpartei zu marktüblichen Konditionen
Offenbar konnte die JU nicht ausreichend Belege vorlegen. Sie entschied sich, über ein Viertel der Summe zurückzuzahlen. Laut Ministerium überwies sie 348.509,07 Euro inklusive Zinsen. Ein Sprecher des Ministeriums begründete dies mit nicht verwendeten oder nicht rechtzeitig verwendeten Mitteln.
Für die Rückzahlung bat die JU die Mutterpartei um einen Kredit. Sowohl die CDU als auch die JU bestätigten den verzinsten Kredit, nannten die Summe aber nicht. Eine CDU-Sprecherin sagte, die Junge Union Deutschlands habe die CDU um ein Darlehen gebeten. Die CDU sei dieser Bitte nachgekommen und habe das Darlehen zu marktüblichen Konditionen gewährt. Die JU erklärte, das Darlehen planmäßig zurückzahlen zu wollen.
Keine strafrechtlichen Vorwürfe
Die Bundesschatzmeisterin der JU, Clara von Nathusius, wollte zum Vorgang nichts sagen und verwies auf die Pressestelle. Dort hieß es, strafrechtliche Vorwürfe stünden nicht im Raum. Der Vorgang sei von externen Prüfern untersucht worden.