Jäger erschießt zwei Behördenmitarbeiter in Bayern. Ermittler suchen nach Hintergründen.
Bei einer routinemäßigen Waffenkontrolle in Berngau im Landkreis Neumarkt (Oberpfalz) sind am Donnerstagnachmittag zwei Mitarbeiter des Landratsamts erschossen worden. Der mutmaßliche Täter, ein 60-jähriger Jäger und Sportschütze, verschanzte sich stundenlang in seinem Haus, bevor Spezialkräfte ihn überwältigten. Wie der Bayerische Rundfunk und die Welt berichten, besaß der Mann legal zehn Schusswaffen, darunter Lang- und Kurzwaffen. Polizeilich war er zuvor nicht in Erscheinung getreten, und es gebe keine Hinweise auf eine extremistische Gesinnung, so Innenminister Joachim Herrmann (CSU).
Unangekündigte Kontrolle eskaliert in Schießerei
Die Kontrolle sei unangekündigt gewesen und habe alle drei Jahre stattgefunden, erklärte Herrmann. Warum die Situation eskalierte, sei weiterhin unklar. Der Verdächtige habe sich selbst bei der Polizei gemeldet und zugegeben, geschossen zu haben, wie t-online.de berichtet. Er wurde bei der Festnahme durch einen gezielten Schuss ins Bein schwer verletzt und befindet sich in ärztlicher Behandlung.
Dorf in Schockstarre nach Amoktat
In der 2.600-Einwohner-Gemeinde herrscht nach der Tat große Bestürzung. Bürgermeister Thomas Meier sprach von einer enormen Betroffenheit und Mitgefühl für die Angehörigen der Opfer. Der mutmaßliche Schütze sei im Ort kaum integriert gewesen und weder in Vereinen noch in Gruppierungen aktiv, wie sowohl die Welt als auch der BR berichten. In der örtlichen Schule unterstützt ein Krisenteam Schüler bei der Verarbeitung der Ereignisse.
Die zentralen Punkte im Überblick
Die Opfer, eine 54-jährige Frau und ein 45-jähriger Mann, waren Mitarbeiter des Landratsamts Neumarkt. Landrat Martin Meier bezeichnete die Tat als „grauenvoll“ und betonte, dass die Behörde ihre Mitarbeiter psychologisch unterstützen werde. In Bayern finden jährlich etwa 60.000 Waffenkontrollen statt, die meist problemlos verlaufen, wie Herrmann mitteilte. Vergleichbare Vorfälle habe es in den vergangenen Jahren nicht gegeben.