Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist im Oktober 2026 erneut gestiegen. Laut dem Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) lag sie bei 1.683 – neun Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders betroffen sind große Unternehmen und das Verarbeitende Gewerbe. Experten sehen jedoch Anzeichen für eine mögliche Entspannung zum Jahresende.
Rekordwerte in Hessen und Baden-Württemberg
Im Oktober 2026 verzeichnete Deutschland 1.683 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften. Das entspricht einem Anstieg von einem Prozent gegenüber September und neun Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Gegenüber dem Vorkrisenniveau der Jahre 2016 bis 2019 liegt die Zahl um 83 Prozent höher.
Besonders auffällig ist die Entwicklung in Hessen: Dort wurden mit 180 Insolvenzen so viele Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der IWH-Erhebungen im Januar 2020. Auch in Baden-Württemberg erreichte die Zahl der betroffenen Arbeitsplätze im Verarbeitenden Gewerbe mit etwa 6.500 einen Höchststand.
Mehr Arbeitsplätze betroffen
Die Insolvenzen großer Unternehmen hatten erhebliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. In den größten zehn Prozent der betroffenen Firmen waren im Oktober etwa 16.800 Beschäftigte betroffen – 45 Prozent mehr als im Vormonat und 104 Prozent über dem Durchschnitt der Vor-Corona-Jahre.
Im Verarbeitenden Gewerbe lag die Zahl der betroffenen Arbeitsplätze bei rund 9.400, der zweithöchste Wert seit 2020. Nur im September 2024 war die Situation mit etwa 10.500 Betroffenen noch dramatischer. Zu den bekanntesten Fällen zählte die Insolvenz der VARTA AG und mehrerer verbundener Unternehmen.
Experte sieht mögliche Trendwende
Steffen Müller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung, sagte: “Die Insolvenzzahlen bewegen sich weiterhin auf einem außergewöhnlich hohen Niveau. Zudem waren im Oktober wieder deutlich mehr Arbeitsplätze betroffen als im Vormonat”.
Trotz der anhaltend hohen Zahlen gebe es jedoch einen Lichtblick. "Einen Lichtblick liefern die Frühindikatoren: Sie lassen zum Jahresende einen Rückgang der Insolvenzzahlen erwarten."