Sprengstoff-Drohne am Flughafen entdeckt – Verdacht auf hybriden Anschlag
Am Flughafen Leipzig/Halle ist in der Nacht zum Mittwoch eine mit Sprengstoff präparierte Drohne sichergestellt worden. Wie NDR, WDR und die Süddeutsche Zeitung berichten, entdeckten Flughafenmitarbeiter den verdächtigen Gegenstand in unmittelbarer Nähe zu vier Transportflugzeugen der ukrainischen Staatsairline Antonov Airlines. An der Drohne war ein Paket mit einer verdächtigen Substanz befestigt, in dem sich laut Ermittlungsunterlagen ein Zünder sowie die hochexplosiven Sprengstoffe PETN und Semtex befanden. Diese Substanzen werden auch im militärischen Bereich verwendet. Der Zünder sei offenbar abgerissen, wodurch eine Explosion verhindert wurde, heißt es in den Unterlagen.
Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Drohnenangriff
Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen der besonderen Bedeutung des Falls übernommen, wie sie selbst mitteilte. Es bestehe der Verdacht des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr. Zudem sei eine Frachtmaschine im erweiterten Bereich des Flughafens mutmaßlich mit einer weiteren Drohne kollidiert. An der Maschine seien nach der Landung in Hannover leichte Beschädigungen festgestellt worden.
Dobrindt warnt vor hybriden Drohnenangriffen
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach von einem „hybriden Anschlagsszenario“ und einer „neuen Gefahrenqualität“. Er schließt nicht aus, dass „fremde Mächte“ als Drahtzieher hinter dem Vorfall stehen. Der Flughafen Leipzig/Halle gilt als wichtige Drehscheibe für Rüstungsgüter im Ukraine-Krieg. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges kommt es in Deutschland vermehrt zu Drohnensichtungen und Ausspähungen kritischer Infrastruktur.
Drohnen behindern Flugverkehr massiv
Allein im ersten Halbjahr 2026 registrierte die Deutsche Flugsicherung rund 145 Behinderungen des Flugbetriebs durch unerlaubte Drohnenflüge. In den meisten Fällen gelingt es den Behörden nicht, die Piloten der Drohnen zu identifizieren. Im Juli war in Bayern ein 37-jähriger Moldauer festgenommen worden, der im Verdacht steht, mit einer Drohne ein Rüstungsunternehmen ausgespäht zu haben. Sicherheitskreise vermuten, dass er möglicherweise im Auftrag russischer Geheimdienste handelte.