Der Linken-Politiker Gregor Gysi wirft SPD-Chef Lars Klingbeil vor, seine Partei mit der AfD gleichzusetzen. Klingbeil ignoriere dabei, dass die Linke in mehreren Bundesländern bereits mitregiert habe, ohne dass es zu Problemen gekommen sei. Die SPD reagierte mit Forderungen nach einem konsequenten Vorgehen gegen Antisemitismus in den eigenen Reihen.
Vorwurf der Gleichsetzung mit der AfD
Gregor Gysi, Bundestagsabgeordneter der Linken, hat SPD-Chef Lars Klingbeil vorgeworfen, die Linke mit der AfD auf eine Stufe zu stellen. In einem Gespräch mit der "Rheinischen Post" sagte Gysi, für Klingbeil gebe es kaum einen Unterschied zwischen beiden Parteien. Der SPD-Vorsitzende setze damit die Situation in Sachsen-Anhalt und Berlin gleich, kritisierte Gysi.
Kritik an Klingbeils Haltung
Gysi warf Klingbeil zudem vor, die bisherige Regierungsbeteiligung der Linken in mehreren Bundesländern zu ignorieren. Dort habe es keine nennenswerten Verwerfungen gegeben, obwohl die Partei mitregiert habe. Klingbeils Einwand sei daher "tollkühn", so Gysi. Der SPD-Chef sorge stattdessen dafür, dass seine Partei bundesweit an Zustimmung verliere, während er der Linken Ratschläge erteile.
Klingbeil hatte zuvor die Berliner Linke aufgefordert, Politiker mit antisemitischen Positionen oder Clankontakten aus der Partei auszuschließen. Auf einem Wirtschaftsforum der SPD sagte er, man könne nicht Sachsen-Anhalt kritisieren, wenn man in Berlin ähnliche Verfehlungen toleriere. Die Gespräche zwischen SPD, Grünen und Linken über eine mögliche Zusammenarbeit seien durch Diskussionen über den Umgang mit Antisemitismus belastet worden.