Der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen, Janosch Dahmen, begrüßt die Reform der Notfallversorgung als überfällige Strukturreform. Gleichzeitig warnt er vor den Folgen der Spargesetze der Koalition bei den Krankenkassen, die die Verbesserungen gefährden könnten.
Reform als große Strukturreform
Die Reform werde die Notfallversorgung in Deutschland in verschiedenerlei Hinsicht verbessern, sagte Dahmen den Sendern RTL und ntv. Es handele sich um eine große Strukturreform, auf die das Gesundheitswesen seit vielen Jahren warte. Dass sie am 15. Oktober 2026 im Bundestag beschlossen werde, sei gut.
Sorge vor weniger Arztterminen
Dahmen äußerte jedoch die Sorge, dass für Patienten künftig weniger Behandlungstermine außerhalb der Notfallversorgung zur Verfügung stehen könnten. Im Zusammenspiel mit den Spargesetzen bei den Krankenkassen, die aktuell von der Koalition beschlossen würden, müsse man befürchten, dass die Anzahl an Facharzt- und Hausarztterminen weiter abnehme.
Dadurch könnten aus seiner Sicht auch die Ziele der Notfallreform gefährdet werden. Gute Ansätze der Reform könnten ins Leere laufen, wenn Patienten auf immer knappere Arzttermine angewiesen seien.
Kritik an fehlender Alternativversorgung
Es bringe nichts, den Menschen zu sagen, sie müssten nicht ins Krankenhaus, nicht in die Notaufnahme und brauchten den Rettungsdienst nicht, wenn gleichzeitig keine alternative Versorgung angeboten werde, so Dahmen. Hier seien diese "Rasenmäher-Spargesetze" bei den Krankenkassen eine große Gefahr für eine tatsächlich besser funktionierende Versorgung.