In Deutschland besetzten Frauen 2025 nur 30,3 Prozent der Führungspositionen – deutlich weniger als im EU-Schnitt. In der Regierung lag ihr Anteil im 3. Quartal 2026 bei 42,6 Prozent und damit über dem EU-Durchschnitt.
Deutschland hinter EU-Durchschnitt
Laut Daten von Eurostat und dem Statistischen Bundesamt (Destatis) hatten 2025 in Deutschland rund 1,31 Millionen Männer und 569.100 Frauen eine Führungsposition. Damit lag der Frauenanteil bei 30,3 Prozent, während der EU-Schnitt bei 35,9 Prozent lag.
Schweden führte die EU-Rangliste mit 44,4 Prozent an, gefolgt von Lettland (43,8 Prozent) und Estland (43,1 Prozent). Am niedrigsten war der Anteil in Zypern (25,9 Prozent), Italien (28,6 Prozent) und den Niederlanden (30,0 Prozent).
Leichter Anstieg, aber große Unterschiede
Im Zehn-Jahres-Vergleich stieg der Frauenanteil in deutschen Führungsetagen von 29,3 Prozent (2015) auf 30,3 Prozent (2025) – ein Plus von 1,0 Prozentpunkten. Im EU-Durchschnitt lag der Anstieg bei 4,0 Prozentpunkten.
Besonders stark war der Zuwachs in Malta (+13,9 Prozentpunkte), Estland (+12,0 Prozentpunkte) und Österreich (+7,5 Prozentpunkte). In Slowenien (-1,2 Prozentpunkte), Litauen (-1,0 Prozentpunkte) und Lettland (-0,5 Prozentpunkte) ging der Anteil leicht zurück, blieb aber über dem EU-Schnitt.
Erwerbstätigkeit und Regierung im Vergleich
Der geringe Frauenanteil in Führungspositionen fällt in Deutschland besonders auf, da hier fast genauso viele Frauen wie Männer erwerbstätig sind: 2025 lag der Frauenanteil an allen Erwerbstätigen bei 47,1 Prozent (EU: 46,5 Prozent). In Italien war der Frauenanteil in Führungspositionen ähnlich niedrig (28,6 Prozent), bei einem geringeren Frauenanteil an allen Erwerbstätigen (42,6 Prozent). Österreich hingegen verzeichnete 37,2 Prozent Frauen in Führungspositionen bei 47,5 Prozent Frauen unter allen Erwerbstätigen.
In der Regierung war der Frauenanteil in Deutschland höher: Im 3. Quartal 2026 stellten Frauen 42,6 Prozent der Regierungsmitglieder (EU: 33,5 Prozent). Finnland führte mit 56,7 Prozent, gefolgt von Dänemark (52,4 Prozent) und Schweden (50,0 Prozent). Am niedrigsten war der Anteil in Tschechien (12,5 Prozent), der Slowakei (13,7 Prozent) und Zypern (16,7 Prozent).