Finanzermittler prüfen 398 Fälle nach Kauf eines Datenträgers mit Offshore-Daten.
Ein von einem Informanten erworbener Datenträger mit mehr als drei Millionen Dateien hat deutsche Finanzermittler zu 398 Verdachtsfällen in Steueroasen geführt. Wie das Düsseldorfer Finanzministerium mitteilt, stammen die Daten von Offshore-Dienstleistern auf den Cayman Islands, in Dubai, Hongkong, Mauritius, Panama, Singapur und Zypern. Die Firmen hatten ihren Kunden angeblich Auslandsgesellschaften in Niedrigsteuergebieten angeboten, um Vermögen vor dem deutschen Fiskus zu verschleiern und Steuerpflichten zu umgehen.
64 Steuerhinterziehungsfälle in NRW identifiziert
Allein in Nordrhein-Westfalen sind 64 Fälle identifiziert worden, die anderen werden an die betroffenen Bundesländer übermittelt. Das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität (LBF NRW) hatte den Datensatz Ende 2025 erworben und ausgewertet.
1,45 Terabyte Daten enthüllen Steuerflucht
Der Umfang belief sich auf 1,45 Terabyte mit 3.320.148 Dateien und Ordnern. NRW-Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU) betonte, dass Steuerhinterzieher mit Konsequenzen rechnen müssten. Wer Einkünfte bisher verschwiegen habe, solle die Möglichkeit einer Selbstanzeige ernsthaft prüfen, wie der Minister der dpa sagte.
Behörden prüfen die nächsten Schritte
n-tv berichtet ebenfalls von den 398 Verdachtsfällen und bestätigt, dass die Daten von Offshore-Dienstleistern in den genannten Steueroasen stammen. Die Ermittler müssen nun prüfen, ob und in welchem Umfang Steuern hinterzogen wurden.