Nach den Ausschreitungen am 31. Oktober in Frankfurt am Main hat die Polizei Daten zu 55 Tatverdächtigen veröffentlicht. Rund drei Viertel von ihnen besitzen eine ausländische Staatsbürgerschaft, etwa die Hälfte keinen deutschen Pass. Die Ermittler sehen Parallelen zu früheren Gewalttaten.
Daten zu Tatverdächtigen veröffentlicht
Das Polizeipräsidium Frankfurt am Main hat am Donnerstag Details zu den 55 Tatverdächtigen bekannt gegeben, gegen die nach den Randalen in der Frankfurter Innenstadt ermittelt wird. Wie die Behörde gegenüber der “Neuen Osnabrücker Zeitung” erklärte, besitzen rund drei Viertel der Verdächtigen eine ausländische Staatsbürgerschaft. Konkret habe etwa die Hälfte keinen deutschen Pass. Von den übrigen Verdächtigen mit deutschem Pass besitze wiederum jeder Zweite zusätzlich eine ausländische Staatsangehörigkeit. Die Angaben beziehen sich auf den Stand vom 3. November 2026.
Die Polizei betonte, eine "konsequente Auseinandersetzung mit den beteiligten Täter- und Störergruppen" sei erforderlich. Bei den Tatverdächtigen handele es sich "überwiegend um die etwa 100-köpfige linksextreme Personengruppe, die aus der Versammlung heraus agierte, sowie um zahlreiche Gruppen junger gewaltbereiter, migrantischer Männer". Die Ermittler verwiesen auf Ähnlichkeiten zu Gruppen, die an Silvester und an Wochenenden "regelmäßig durch Straftaten auffallen".
Vergleich mit früheren Vorfällen
Die Frankfurter Polizei zog Vergleiche zu früheren Ausschreitungen. So seien bei der sogenannten "Zeil-Klientel" aus dem Jahr 2025 76 Prozent der Tatverdächtigen männlich gewesen. 69 Prozent hätten keine deutsche Staatsangehörigkeit besessen. Die Behörde spricht daher von einem "bereits bekannten Muster" einer "hohen Anzahl junger, migrantisch geprägter Männer".
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte nach den Krawallen in mehreren deutschen Großstädten von Tätern aus “gewaltbereiten linken Gruppen und Chaoten aus dem migrantischen Milieu” gesprochen. Diese Äußerung war auf Kritik gestoßen.
Demonstrationen und Ausschreitungen
Die Randale in Frankfurt ereigneten sich am Rande von Großdemonstrationen, an denen in der vergangenen Woche Zehntausende überwiegend junge Menschen teilnahmen. Sie forderten mehr Geld für Schulen, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten, soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz. Die Initiative "Gen Z regelt" gab die Teilnehmerzahl mit 120.000 an.
Neben Frankfurt kam es auch in Berlin zu Ausschreitungen einzelner Gruppen. Die Polizei geht davon aus, dass die Gewalttaten nicht von der Mehrheit der Demonstranten ausgingen.