Rettungskräfte suchen nach Überlebenden – unter den Vermissten sind auch Deutsche.
Nach der verheerenden Sturzflut im Himalaya steigt die Zahl der Todesopfer weiter an. Wie die tagesschau unter Berufung auf nepalesische und chinesische Behörden berichtet, liegt die Opferzahl mittlerweile bei über 700. In Nepal wurden demnach 734 Leichen geborgen, in der chinesischen Region Tibet sind es 16. Die Suche nach Vermissten geht unter schwierigen Bedingungen weiter, da Schlammmassen und anhaltender Regen die Rettungsarbeiten behindern. Allein in Nepal gelten noch etwa 2.400 Menschen als vermisst, in China sind es laut aktuellen Angaben 546, darunter drei Deutsche. Das Auswärtige Amt sprach zuvor von einer hohen einstelligen Zahl vermisster deutscher Staatsbürger in der Region, ohne die genaue Zahl zu nennen. Ob es sich dabei um dieselben Personen handelt oder ob es Überschneidungen gibt, ist noch unklar. Unter den Vermissten in China befinden sich zudem Bürger aus den USA, Großbritannien und weiteren europäischen Ländern.
Rettungshubschrauber kämpfen mit Schlammlawinen
Die Rettungskräfte kämpfen sich unterdessen durch meterhohe Schlammablagerungen, um Überlebende zu bergen. Besonders problematisch ist die Lage in Tunneln von Wasserkraftwerken, wo Hunderte Arbeiter eingeschlossen sein könnten. Wie das ZDF berichtet, konnten einige von ihnen bereits gerettet werden, doch die meisten Tunnel sind weiterhin unzugänglich. Die nepalesische Armee setzt 14 Rettungshubschrauber ein, doch die Landungen in den betroffenen Gebieten wie Temure oder Syabrubesi gestalten sich aufgrund des schlammigen Untergrunds als extrem schwierig.
Gletscherabbruch löste Schlammlawine aus
Die Katastrophe wurde offenbar durch einen Abbruch an einem Gletscher im Grenzgebiet zwischen Nepal und China ausgelöst. Die Schlammlawine bahnte sich anschließend durch den Fluss Bhotekoshi ihren Weg und riss dabei Häuser, Brücken und Infrastruktur mit. Chinesische Wissenschaftler führen das Unglück auf die Erderwärmung zurück, wie der staatliche Sender CCTV meldet. In Nepal warnen die Behörden vor weiteren Überschwemmungen durch den Bhotekoshi und mahnen die Bevölkerung in den betroffenen Regionen zur Vorsicht.
Leichenverfall und Cholera-Risiko steigen
Während die Rettungsarbeiten in Nepal und Tibet anhalten, wird die Identifizierung der geborgenen Leichen zunehmend schwieriger. Wie das ZDF berichtet, verwesten die Körper aufgrund der Hitze und Feuchtigkeit schnell, was die Arbeit der Behörden erschwert. Zudem steigt das Risiko für Krankheiten wie Cholera, da Abwässer und Fäkalien durch die Überschwemmungen in Trinkwasserquellen gelangt sein könnten.
Nepal bittet um internationale Rettungshilfe
Nepals Regierung hat um internationale Hilfe gebeten, insbesondere bei der Bergung von Eingeschlossenen in Tunneln und der Wiederherstellung von Verkehrsverbindungen. Eine Rettungsmannschaft aus Indien ist bereits vor Ort, ein Team aus China wird erwartet. Bundeskanzler Merz hat den Betroffenen sein Mitgefühl ausgesprochen und seine Gedanken an die Opfer und ihre Angehörigen gerichtet.