Mit 25,7 Prozent wird die Linke stärkste Kraft – CDU und AfD folgen.
Die Linke hat die Abgeordnetenhauswahl in Berlin deutlich für sich entschieden. Nach dem vorläufigen Ergebnis der Landeswahlleitung erhielt die Partei 25,7 Prozent der Zweitstimmen, wie der RBB und die Welt berichten. Damit verdoppelte sie ihren Stimmanteil im Vergleich zur Wiederholungswahl 2023 und erzielte das beste Ergebnis ihrer Geschichte in der Hauptstadt. An zweiter Stelle landete die CDU mit 18,8 Prozent, die damit 9,5 Prozentpunkte verlor. Die AfD verbesserte sich auf 16,3 Prozent, während die Grünen 14,3 und die SPD 12,1 Prozent erreichten. Letztere verzeichnete damit ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Berliner Abgeordnetenhauswahl. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) scheiterte mit 4,7 Prozent knapp an der Fünf-Prozent-Hürde, wie der RBB und ZDFheute übereinstimmend melden.
Linke holt junge Wähler mit Mietenthema
Die Wahlbeteiligung lag bei rund 74,2 Prozent, was eine deutliche Steigerung gegenüber 2023 bedeutet. Besonders auffällig war die hohe Zustimmung für die Linke bei jüngeren Wählern und Menschen mit Abitur, wie die Forschungsgruppe Wahlen in einer Umfrage für das ZDF ermittelte. Die Partei profitierte zudem von Erstwählern und ehemaligen Nichtwählern. Als wichtigstes Wahlthema nannten die Berlinerinnen und Berliner die Mieten und den Wohnungsmarkt, wobei der Linken hier die größte Kompetenz zugetraut wurde.
Linke fordert Enteignungen für Regierungsmacht
Die Spitzenkandidatin der Linken, Elif Eralp, wertete das Ergebnis als klaren Regierungsauftrag und bekräftigte ihren Anspruch, Regierende Bürgermeisterin zu werden. Rechnerisch wäre eine Koalition aus Linke, Grünen und SPD möglich, die über eine Mehrheit von 12 Sitzen verfügen würde. Allerdings hatte die Linke die Enteignung großer Wohnungsbestände zur Bedingung für eine Regierungsbeteiligung gemacht, was SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach kategorisch ablehnt, wie die Welt berichtet. Auch eine Zusammenarbeit mit der AfD wurde von allen anderen Parteien ausgeschlossen.
AfD gewinnt in MV – CDU scheitert kläglich
Die CDU verlor nicht nur in Berlin deutlich, sondern scheiterte in Mecklenburg-Vorpommern sogar am Einzug in den Landtag. Dort gewann die AfD die Wahl vor der SPD, wie ZDFheute und die Welt übereinstimmend berichten. In Berlin verpasste die AfD-Spitzenkandidatin Kristin Brinker erneut ein Direktmandat, zog aber über die Landesliste ins Abgeordnetenhaus ein. Die SPD verlor mit Franziska Giffey eine ihrer prominentesten Politikerinnen, die in ihrem Wahlkreis Neukölln-Rudow gegen einen CDU-Kandidaten unterlag.