Was haben ein Smartphone, der Silbersee-Stollen und die deutsche Energieversorgung gemeinsam? Sie alle erzählen davon, wie sehr unser Alltag von Rohstoffen abhängt. Genau darum geht es in der neuen Sonderausstellung „Deutschlands Bodenschätze“, die zurzeit im Museum am Schölerberg in Osnabrück zu sehen ist. Noch bis zum 14. Februar 2027 nimmt die Ausstellung Besucherinnen und Besucher mit auf eine Reise durch die Bedeutung, Geschichte und Zukunft heimischer Rohstoffe.
Mehr als 60 Rohstoffe in einem Smartphone
Natursteine, Ton, Metalle, Salz oder Energieträger: Bodenschätze stecken nahezu überall. Besonders anschaulich wird das am Smartphone. „Wir wollen mit der Ausstellung ins Bewusstsein rücken, wie abhängig wir von Bodenschätzen sind”, so Museumdirektor Norbert Niedernostheide, der darauf aufmerksam macht, dass allein in einem kleinen Smartphone bis zu 60 Bodenschätze verbaut sind.
Auch der gesamte Rohstoffverbrauch fällt beträchtlich aus: Rund zwölf Tonnen verbraucht jeder Einwohner Deutschlands durchschnittlich pro Jahr. Umgerechnet sind das etwa 32,5 Kilogramm pro Tag. Die Ausstellung nimmt deshalb nicht nur die Gewinnung von Rohstoffen in den Blick, sondern auch Deutschlands Abhängigkeit von Importen und die Frage, wie eine sichere Versorgung künftig gewährleistet werden kann.
Von Steinen und Erden bis zu Energierohstoffen
Inhaltlich gliedert sich „Deutschlands Bodenschätze“ in vier große Themenbereiche: Steine und Erden, Industrieminerale, Metalle sowie Energierohstoffe. Im Mittelpunkt stehen dabei Stoffe, die bis heute in Deutschland gewonnen werden.
Sonderausstellung “Deutschlands Bodenschätze” im Museum am Schölerberg in Osnabrück. / Foto: Dominik Lapp
Zugleich richtet die Schau den Blick zurück auf Rohstoffe, deren Abbau hierzulande einst eine große Rolle spielte. Dazu gehören etwa Steinkohle, Uran und Silber. Der historische Rückblick führt schließlich zu aktuellen Debatten darüber, welche Bodenschätze künftig wieder oder neu interessant werden könnten. Lithium und Zinn spielen dabei ebenso eine Rolle wie Manganknollen aus der Tiefsee.
Wie viel Rohstoffverbrauch ist noch vertretbar?
Damit geht es in der Ausstellung auch um die Grenzen der Rohstoffgewinnung. Viele Ressourcen sind endlich, während der Bedarf hoch bleibt. Der nachhaltige Umgang mit Bodenschätzen und die ökologischen Folgen ihrer Gewinnung bilden deshalb einen Schwerpunkt.
Dazu passt die Kooperation mit dem Bodenbündnis Europa, das auf den Schutz von Böden und die Auswirkungen des Rohstoffabbaus aufmerksam macht. Gefördert wird die Ausstellung von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung und der Haarmann Stiftung Natur und Umwelt.
Osnabrücks Bergbaugeschichte wird zum Thema
Dass die aus Heidelberg stammende Ausstellung gerade in Osnabrück Station macht, bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte. Die Region verfügt über eine große geologische Vielfalt und blickt zugleich auf eine lange Geschichte des Bergbaus zurück. Diesen regionalen Bezug greift auch das umfangreiche Begleitprogramm mit Vorträgen, Workshops, Radtouren und Exkursionen auf.
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