Der Dax hat am Mittwoch deutlich nachgegeben. Zum Xetra-Handelsschluss stand der Index bei 25.199 Punkten, ein Rückgang von 0,8 Prozent gegenüber dem Vortag. Die Aktien von Zalando, BMW und Fresenius legten zu, während Commerzbank, Siemens und Vonovia deutliche Verluste verzeichneten.
Marktanalyst sieht Unsicherheiten
Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets, erklärte die Lage: „Die Anleger in Frankfurt hängen derzeit zwischen Baum und Borke und der Dax dementsprechend in den Seilen. Einerseits hofft der Markt auf eine Deeskalation im Nahen Osten und damit sinkende Energiepreise, andererseits sorgen weiter hohe Anleiherenditen und die Frage nach einer Fortsetzung des KI-Booms für Zurückhaltung“.
"Die hohen Energiepreise haben zuletzt bereits Spuren bei der Stimmung der Verbraucher hinterlassen und schüren damit Sorgen um die weitere Konjunkturentwicklung in Europa und den USA. Gleichzeitig bleibt die KI-Story ein wichtiger Stützpfeiler für die Aktienmärkte. Entsprechend große Aufmerksamkeit dürften heute die Quartalszahlen von Micron erhalten. Sie müssen zeigen, ob der KI-Boom inzwischen auch weiterhin ausreichend im operativen Geschäft der Halbleiterunternehmen ankommt. Enttäuscht Micron, könnte aus der zuletzt gewachsenen Skepsis gegenüber dem KI-Sektor schnell wieder Verkaufsdruck werden".
Anleiherenditen als Belastungsfaktor
"Der dritte Belastungsfaktor bleiben die hohen Anleiherenditen. Sie verteuern nicht nur die Finanzierung für Unternehmen und Staaten, sondern machen Anleihen gleichzeitig zu einer immer attraktiveren Alternative zu Aktien. Je höher die Renditen steigen, desto größer wird die Rechtfertigungslast für die hohen Bewertungen am Aktienmarkt. Das dürfte vorerst wie ein Deckel auf den Kursen liegen und eine nachhaltige Aufwärtsbewegung erschweren".
Rohstoffe und Devisen
Am Mittwochnachmittag notierte der Euro bei 1,1359 US-Dollar, ein Dollar kostete 0,8804 Euro. Der Goldpreis gab um 0,5 Prozent auf 4.158 US-Dollar pro Feinunze nach, was 117,70 Euro pro Gramm entspricht.
Der Ölpreis der Nordsee-Sorte Brent stieg dagegen um 1,1 Prozent auf 103,70 US-Dollar pro Fass (Stand: 17 Uhr deutscher Zeit).