CDU und CSU nominieren Ilse Aigner als gemeinsame Kandidatin für 2027.
Die Union hat sich auf eine gemeinsame Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin geeinigt. Wie der Focus berichtet, soll die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner als gemeinsame Kandidatin von CDU und CSU antreten. Die Entscheidung sei in den Führungsgremien beider Parteien gefallen, um eine klare und zügige Festlegung zu erreichen. Bereits in den vergangenen Tagen hatte sich diese Entwicklung abgezeichnet, nachdem mehrere hochrangige CDU-Ministerpräsidenten öffentlich ihre Unterstützung für Aigner bekundet hatten.
Merz setzt auf volksnahe Kandidatin der Mitte
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte sich zwar früh für eine weibliche Persönlichkeit an der Staatsspitze ausgesprochen, sich aber zunächst nicht konkret zu Aigner geäußert. Laut BR habe Merz erst vor einer Woche endgültig festgelegt, dass die Union eine Frau vorschlagen werde. Dabei betonte er, es solle eine „Kandidatin der Mitte“ sein, die breite Unterstützung genießt. Aigner gilt als volksnahe Politikerin, die auch bei SPD und Grünen Rückhalt findet.
SPD unterstützt Aigner als Bundespräsidentin
SPD-Chef Lars Klingbeil begrüßte die sich abzeichnende Nominierung und kündigte an, seine Partei werde Aigner bei einer offiziellen Kandidatur unterstützen. Aigner habe „eine wahnsinnig integrative Kraft“, die Deutschland in diesen Zeiten brauche, so Klingbeil. Kritische Stimmen kommen hingegen von der Linken. Linksfraktionschefin Heidi Reichinnek monierte in der Augsburger Allgemeinen, eine überparteiliche Kandidatur wäre sinnvoller gewesen.
Linke fordert überparteiliche Lösung für Amt
Das Amt des Bundespräsidenten werde sonst als „Versorgungsposten“ zwischen den Unionsparteien und der SPD hin- und hergeschoben, was der Rolle des Amtes nicht gerecht werde. Die offizielle Wahl der neuen Bundespräsidentin findet am 30. Januar 2027 in der Bundesversammlung statt. Dort stellen Union und mögliche Koalitionspartner die entscheidenden Stimmen.