500 Soldaten und zivile Kräfte proben Truppenverlegung an NATO-Ostflanke.
Vom 24. bis 26. September findet in Hamburg die Großübung „Red Storm Charlie“ statt, bei der rund 500 Soldatinnen und Soldaten sowie zivile Einsatzkräfte die Reaktion auf einen Konflikt an der NATO-Ostgrenze trainieren. Wie der NDR berichtet, geht es dabei vor allem um die Verlegung von Truppen und Material Richtung Osten, wobei Hamburg als Drehscheibe für die Logistik dient. Erstmals werden auch Kolonnen aus anderen Bundesländern in die Hansestadt verlegt, um die Abläufe zu optimieren. Die Übung steht unter der Leitung des Landeskommandos Hamburg und umfasst 70 Militärfahrzeuge sowie die Beteiligung von 60 Organisationen, darunter Polizei, Feuerwehr und Unternehmen wie Airbus oder die Hamburger Hafen- und Logistik AG (HHLA).
NATO-Übung trainiert Truppentransport nach Osten
Laut der Zeit soll die Übung ein Szenario simulieren, in dem nach einem russischen Angriff Nato-Truppen über Deutschland in Richtung Baltikum und Polen verlegt werden. Dabei werde auch die Abwehr hybrider und militärischer Angriffe auf Deutschland geprobt. Die Mopo betont, dass der Hamburger Hafen, der Flughafen sowie das Schienen- und Straßennetz eine zentrale Rolle spielen, da sie für die Truppenbewegungen entscheidend sind. Die Bundeswehr sieht in der Übung eine notwendige Maßnahme, um die Zusammenarbeit zwischen militärischen und zivilen Akteuren zu stärken und die Handlungsfähigkeit im Krisenfall zu sichern.
Proteste gegen Kriegsmanöver in Hamburg geplant
Für die Bevölkerung kann es während der Übung zu Einschränkungen kommen. Wie der NDR und die Mopo übereinstimmend berichten, sind Verkehrsbehinderungen durch Kolonnenfahrten und ein erhöhtes Lärmaufkommen durch Hubschrauberflüge zu erwarten. Um die Auswirkungen zu minimieren, sollen viele Fahrten nachts stattfinden. Zudem werden Szenarien wie Stromausfälle, Chemieunfälle oder die Versorgung vieler Verletzter geprobt. Kritiker wie das Bündnis „Kein NATO-Hafen“ haben für Samstag eine Demonstration unter dem Motto „Nein zum Kriegsmanöver Red Storm Charlie – Ja zu sozialem Fortschritt!“ angekündigt. Unterstützt wird der Protest von Friedensinitiativen, Jugendverbänden und Gewerkschaften. Bereits am Donnerstagnachmittag ist am Jungfernstieg ein Konzert für den Frieden geplant.
Hamburger Firmen üben Krisenvorsorge mit Notfallpaketen
Neben der Bundeswehr sind auch zivile Akteure wie das Technische Hilfswerk, das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und Unternehmen wie Edeka oder Netto beteiligt. Letztere bieten im Rahmen der Übung Notfallrucksäcke an, die unter anderem ein Kurbelradio, einen Taschenkocher und eine Solar-Powerbank enthalten. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt generell, einen Vorrat für mindestens zehn Tage anzulegen, darunter Wasser, haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel. Die Handelskammer Hamburg ruft zudem Unternehmen auf, im Rahmen von „Red Storm Business“ ihre eigene Krisenvorsorge zu überprüfen, etwa für den Fall eines Stromausfalls.