Verteidigungsminister Pistorius kündigt neuen Verband für unbemannte Systeme an.
Die Bundeswehr reagiert auf die wachsende Bedeutung von Drohnen in der modernen Kriegsführung. Verteidigungsminister Boris Pistorius hat während eines Besuchs bei der Experimentalserie Land 2026 in Wietzendorf angekündigt, dass das Deutsche Heer im kommenden Jahr ein selbstständiges Drohnenregiment aufstellen wird. Dieser Verband soll den Divisionstruppen der 10. Panzerdivision zugeordnet werden und Fähigkeiten zur Drohnenkriegsführung bündeln, wie das Portal hartpunkt.de berichtet. Die Einsatzreichweite des Regiments soll von der Nächstdistanz bis zu 500 Kilometern reichen. Zudem wird eine Kompanie für den elektromagnetischen Kampf integriert, und der Verband soll auch Fähigkeiten zur Abwehr gegnerischer Drohnen umfassen. Pistorius betonte, dass das Regiment die Entwicklungsgeschwindigkeit erhöhen und das Innovationsökosystem der Bundeswehr ergänzen werde.
Neues Drohnenregiment soll 2027 einsatzbereit sein
Laut dem Inspekteur des Deutschen Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, soll das neue Regiment bereits 2027 eine Anfangsbefähigung mit einer Mannschaftsstärke von 300 Soldatinnen und Soldaten erreichen. Langfristig sind 600 Dienstposten geplant. Aktuell wird noch geprüft, wo der Verband stationiert werden kann, um die Übungsfähigkeit zu gewährleisten. Freuding bezeichnete die Aufstellung als „Riesenschritt in Richtung Kriegstüchtigkeit“ und kündigte an, dass bei Bewährung auch andere Divisionen der Bundeswehr einen solchen Verband erhalten sollen. Zudem soll bereits zum Jahreswechsel mit dem Aufbau unbemannter Systeme bei der Jäger-, Aufklärungs- und Panzertruppe begonnen werden.
Moderne Kriegsführung braucht Drohnen und Panzer
Die Notwendigkeit solcher Maßnahmen unterstreicht auch Oliver Dörre, Vorstandsvorsitzender der Hensoldt AG, in einem Gastbeitrag für die FAZ. Er verweist darauf, dass die moderne Kriegsführung durch Drohnen und andere unbemannte Systeme geprägt ist. Diese Technologien veränderten die Art und Weise, wie Panzer und andere Waffensysteme eingesetzt, aufgeklärt und geschützt werden müssen. Dörre betont, dass es nicht um eine Entweder-oder-Entscheidung zwischen Drohnen und klassischen Waffensystemen gehe, sondern um deren Kombination in großer Stückzahl und in einem Verbund, der schneller lernt als der Gegner.
Die zentralen Punkte im Überblick
Die Aufstellung des Drohnenregiments ist Teil einer breiteren Strategie, die Bundeswehr an die Anforderungen moderner Gefechtsführung anzupassen. So wird etwa die Brigade 45 vor ihrer Verlegung nach Litauen mit Fähigkeiten zur Drohnenabwehr ausgestattet. Gleichzeitig holt das Heer beim Ausbau der Fähigkeiten zum Kampf im elektromagnetischen Spektrum auf, wie Freuding erklärte.
Drohnen als Schlüssel für zukünftige Kriegsführung
Die Entwicklung zeigt, dass die Bundeswehr die Bedeutung von Drohnen und unbemannten Systemen für die zukünftige Kriegsführung erkannt hat. Die Aufstellung des Regiments soll nicht nur die Fähigkeiten der Truppe stärken, sondern auch die Innovationsgeschwindigkeit erhöhen, um im internationalen Vergleich nicht den Anschluss zu verlieren.