Die Deutsche Bundesbank erwartet, dass die Inflationsrate bis ins nächste Jahr merklich erhöht bleibt. Treiber sind nach und nach steigende Verbraucherpreise für Energie, Nahrungsmittel und Dienstleistungen. Zudem hat sich der Dienstleistungssektor bereits vor dem Krieg im Nahen Osten überdurchschnittlich verteuert, und das anhaltende Lohnwachstum verstärkt den Preisdruck.
Keine Rückkehr zur Hochinflation von 2021/22
Eine Wiederholung der Hochinflationsphase von 2021/22 hält die Bundesbank für "unwahrscheinlich". Der aktuelle Energiepreisschock betrifft vor allem Öl und raffinierte Produkte, während die für Deutschland besonders relevanten Gas- und Strompreise bisher deutlich weniger stark gestiegen sind. Zudem fehlen gleichzeitig große Nahrungsmittelrohstoff- und Wechselkursschocks.
Wie es in der Analyse heißt: "Unter solchen Ausgangsbedingungen ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass Unternehmen Preise häufiger anpassen und Kostenschocks stärker als üblich weitergeben".
Risiken bleiben aufwärtsgerichtet
Die Inflationsrisiken bewertet die Bundesbank jedoch als "klar aufwärtsgerichtet". Sollten die Energiepreise weiter steigen, könnten sie stärker als bisher angenommen auf die Gesamtinflation, Nahrungsmittelpreise und Kerninflation durchschlagen.