Fällen nur, wenn es wirklich nicht anders geht: Zum Tag der Alleen an diesem Dienstag (20. Oktober) ruft die Bramscher Bundestagsabgeordnete Filiz Polat (Bündnis 90/Die Grünen) dazu auf, bestehende Alleen zu erhalten und neue Baumreihen zu pflanzen. Polat ist Vorsitzende der fraktionsübergreifenden Parlamentsgruppe Kulturgut Alleen.
Alleen seien „weit mehr als eine schöne Kulisse am Straßenrand“, erklärt Polat. Alte Bäume böten Nahrung, Schutz und Nistplätze für zahlreiche Tiere, spendeten Schatten, kühlten ihre Umgebung und bänden CO₂. Vielerorts stünden die Baumreihen aber unter Druck – durch Straßenbau, fehlende Pflege, Trockenheit und Folgen des Klimawandels.
Streitpunkt Verkehrssicherheit
Konfliktpotenzial sieht Polat vor allem dort, wo Bäume aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden sollen. „Verkehrssicherheit und Alleenschutz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Bevor alte Bäume gefällt werden, müssen mögliche Alternativen geprüft werden“, fordert sie. Wo eine Fällung unvermeidbar sei, müssten Nachpflanzungen und Pflege von Anfang an mitgeplant werden. Denn: „Eine gefällte alte Eiche lässt sich nicht einfach durch einen jungen Baum ersetzen.“
Die Parlamentsgruppe besteht seit 2016. Auf ihre Initiative gibt es im Haushalt des Bundesverkehrsministeriums einen eigenen Titel für Alleenschutz und Ausgleichsmaßnahmen an Bundesstraßen. Für 2027 sollen dort nach Angaben Polats voraussichtlich rund sieben Millionen Euro bereitstehen, die die Bundesländer abrufen können. In der Pflicht sieht die Abgeordnete aber auch Kommunen und Straßenbaulastträger – etwa bei Baumpflege, ausreichend Wurzelraum und verbindlichen Nachpflanzkonzepten.