Bertelsmann-Chef Thomas Rabe rechtfertigt den Abbau von rund 500 Stellen bei RTL Deutschland und Sky. Der Schritt diene dem Abbau von Doppelstrukturen nach der Sky-Übernahme. Gleichzeitig kündigt der Konzern weitere Zukäufe an.
Stellenabbau als Folge der Sky-Übernahme
Der Abbau sei notwendig, um nach der Übernahme von Sky Deutschland Doppelstrukturen in Köln und München zu beseitigen, sagte Rabe dem „Handelsblatt“. „Die 500 Stellen sind natürlich eine große Zahl, aber unsere Einschätzung ist, dass diese Einsparung erforderlich ist, um die Doppelstrukturen abzubauen und ein noch schlagkräftigeres Unternehmen aufzubauen“.
Er betonte: "Wir schneiden hier keineswegs in die Substanz." Der Abbau solle sorgfältig und sozialverträglich umgesetzt werden. Aktuell verhandelt Bertelsmann dazu mit den Arbeitnehmervertretern.
Weitere Zukäufe in Aussicht
Rabe kündigte an, Bertelsmann arbeite an ein bis zwei weiteren größeren Transaktionen. "Wir werden sehen, ob sich in diesem Jahr davon noch etwas konkretisiert". Im Fokus steht der französische Fernsehsender M6, der zur RTL-Gruppe gehört.
Für M6 suche der Konzern nach einer Lösung "um weiter skalieren zu können, ähnlich wie wir es bei RTL Deutschland und Sky bereits machen", um im Wettbewerb mit US-Plattformen bestehen zu können.
Wachstum durch Fusionen
In diesem Jahr hat Bertelsmann bereits die Übernahme von Sky Deutschland und den Zusammenschluss der Musikunternehmen BMG und Concord abgeschlossen. Durch die geplante Fusion der brasilianischen Bildungsanbieter Afya und YDUQS soll der Konzern zudem weiter wachsen.
Rabe erwartet danach einen Konzernumsatz von 23 Milliarden Euro und ein Ergebnis von mehr als vier Milliarden Euro.