Vor den für Samstag geplanten Demonstrationen der Initiative Gen Z regelt in Berlin und über 30 weiteren Städten treffen Geschäfte und Behörden Sicherheitsvorkehrungen. Die Bundesregierung äußert sich zurückhaltend, während das Innenministerium vor extremistischen Einflüssen warnt. Die Proteste fordern unter anderem Maßnahmen gegen soziale Ungleichheit und Klimawandel.
Geschäfte und Behörden rüsten sich
In Berlin bereiten sich Läden und öffentliche Einrichtungen auf die für Samstag angekündigten Proteste vor. Auf dem Kudamm wurden insbesondere Luxusgeschäfte mit Sperrholzplatten vor Schaufenstern gesichert. Auch im Regierungsviertel informierten Gebäudeeigentümer Gewerbemieter darüber, dass am Wochenende Außenjalousien zum Schutz vor Steinschlag heruntergelassen werden sollen.
"Die Gefährdungsbewertungen werden natürlich laufend vorgenommen", erklärte eine Sprecherin des Innenministeriums. Offen blieb, wo sich Bundeskanzler Olaf Scholz am Samstag aufhalten wird und ob die Proteste dabei eine Rolle spielen. Der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille verwies auf Nachfrage der dts Nachrichtenagentur auf die laufenden Gefährdungsbewertungen.
Proteste in über 30 Städten geplant
Die Initiative Gen Z regelt hat für Samstag ab 14 Uhr zu Kundgebungen in Berlin und mehr als 30 weiteren Städten aufgerufen. Die Demonstranten fordern unter anderem Maßnahmen gegen kaputte Schulen, steigende Lebenshaltungskosten, eine ungerechte Lastenverteilung sowie den Klimawandel. Zudem lehnen sie die Wehrpflicht und den Ausbau eines Überwachungsapparates ab.
Ähnliche Protestbewegungen in Frankreich und Italien führten in den vergangenen Wochen zu teils gewaltsamen Ausschreitungen. Die deutschen Veranstalter betonen zwar, dass die Demonstrationen friedlich verlaufen sollen. Dennoch warnte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums bereits am Mittwoch davor, dass Teile der linksextremistischen Szene und vereinzelt Gruppierungen aus dem auslandsbezogenen Extremismus die Aufrufe aufgreifen und sich an der Mobilisierung beteiligen könnten.